Alter Transit als neues Ausstellungsstück
Industriemuseum Arge und Dekra-Akademie überreichen Ford Baujahr 1968 in der Nadelsetzerei
Den symbolischen Schlüssel für den Ford Transit überreichten die stellvertretende Arge-Chefin Marion Denkmann und BILD: Wolfgang bednarz 
von Wolfgang Bednarz
Delmenhorst - Elf Monate lang haben 16 junge Kunden der Arge in der Kfz-Werkstatt der Dekra-Akademie an der Aufarbeitung eines Kleintransporters Ford Transit, Baujahr 1968, gearbeitet. Am Donnerstag wurde der in seine Originalzustand zurückversetzte, taubenblau lackierte Wagen, der ehemals bei der Feuerwehr in Lüchow-Dannenberg im Einsatz war und später als Campingmobil diente, offiziell dem Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur als neues Ausstellungsstück übergeben.
Warum ein Auto, das noch nicht einmal ein Oldtimer ist, ganz hervorragend die Dauerausstellung im Industriemuseum ergänzt? Alle, die schon ein paar Jahre älter sind, werden auf Anhieb den Zusammenhang erkennen: Der Transit war in den 70-er und 80-er Jahren das favorisierte Auto der türkischen (Groß-)Familien. Die damals noch so genannten Gastarbeiter legten Wert auf ein robustes Fahrzeug mit viel Raumangebot und hoher Zuladung. Und da Delmenhorster Industriegeschichte immer auch Migrationsgeschichte ist, ist der Transit ein passendes Exponat. „In der Türkei ist er immer noch der Lastesel“, sagte der stellvertretende Museumsleiter Hans-Hermann Precht bei der feierlichen Übergabe des Fahrzeugs in der Nadelsetzerei.
Für die Teilnehmer des Projekts war die Arbeit an dem alten Auto eine besondere Herausforderung, in der sie vieles über Mechanik, Hydraulik, Elektrik, aber auch über Lagerlogistik und Internet-Recherche lernten. Angeleitet wurden sie von den Kfz-Meistern Torsten Griebenow und Karsten Lüking. Die Leitung des Projekts hatte Ursula thor Straten.
Vielen jungen Männern und Frauen habe die Teilnahme an dem Kfz-Projekt geholfen, ihren Weg zu finden. Sie seien jetzt in Arbeit oder Ausbildung, berichtete die stellvertretende Arge-Chefin Marion Denkmann. Weil die Arge während der Zusammenarbeit mit der Dekra-Akademie bei dem Kfz-Projekt positive Erfahrungen gemacht habe, sei schon jetzt ein Nachfolgeprojekt in Planung.
meisten anderen Kleintransporter erreichte der Ford Transit in Deutschland nie den Kultfaktor des VW-Bus; alte Transits in Liebhaberhand sind entsprechend selten. Der Erfolg des Modells ist nach über 50 Jahren dennoch ungebrochen.
mit vor der Fahrersitzreihe angeordnetem Motor darf der Ford Transit der zweiten Generation als ein Urahn der heutigen Kleintransporter gelten. Der Vorteil war eine große und ebene Ladefläche (anders als beim VW-Transporter, der bis 1990 den Motor im Heck und unterschiedlich hohe Böden hatte).
wurde in Großbritannien zum meistgekauften Kleintransporter, belegte in Deutschland aber immer nur den zweiten Platz hinter dem VW-Transporter. Er galt als robust und anspruchslos, allerdings wurde an ihm immer wieder eine mäßige Verarbeitungsqualität bemängelt.
und Gardinen an den Fenstern wurde der Transit der zweiten Generation das bevorzugte Auto der türkischen Gastarbeiter.
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