OLDENBURG, 3. September 2010


Mit Hanomag auf dem Acker gestartet

Jubiläum Autohaus Munderloh feiert 50-jähriges Bestehen – Heute zwei Standorte in der Stadt


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Ein Bild aus alten Tagen mit Hanomag-Transportern und Opel Rekord: An der Cloppenburger Straße stand die Keimzelle der Autohäuser. BILD: munderloh  Bild vergrößern

Vier Marken und ein Nutzfahrzeugzentrum gehören dazu. Die Familie sitzt weiter am Steuer.

von Thorsten Kuchta

Oldenburg - „Damals“, erinnert sich Heiko Munderloh, „war da nichts als Acker.“ Dieser Acker – das war das Areal an der Cloppenburger Straße 245, auf dem Heiko Munderlohs Vater Hermann 1960 den Betrieb „Hermann Munderloh Kraftfahrzeuge“ hochzog. „Im Ursprungsbetrieb an der Langen Straße war es zu eng geworden für den Verkauf von Hanomag-Nutzfahrzeugen“, erinnert sich Heiko Munderloh. Der heutige Firmenchef begann damals mit 17 als Auszubildender in Vaters Betrieb.


Stetiges Wachstum
Der „Acker“, auf dem das geschah, erwies sich dann auch als geschäftlich fruchtbarer Boden, denn heute zählt das damals mit acht Mitarbeitern gegründete Unternehmen 150 Beschäftigte, vier Pkw- und zwei Nutzfahrzeugmarken sowie zwei Standorte: Renault- und Dacia-Autohaus an der Cloppenburger Straße sowie Mercedes- und Ford-Autohaus nebst Nutzfahrzeugzentrum und Fahrzeugbau an der Ecke Wilhelmshavener Heerstraße/Haseler Weg. Schon 1925 hatte man im Stammbetrieb Munderloh an der Lange Straße, heute das Fahrradgeschäft Munderloh, Hanomag-Kraftfahrzeuge verkauft.

Mit diesem Zweig des Unternehmens machte sich Hermann Munderloh 1960 selbstständig – und das mit Erfolg. „Mein Vater“, erinnert sich Heiko Munderloh, „war ein vorsichtiger Kaufmann – er warnte immer davor, nach einem erfolgreichen Jahr einfach so noch eines zu erwarten.“

Trotz – oder auch wegen – dieser Vorsicht wuchs das Unternehmen stetig. 1963 und 1969 wurde das Autohaus in Kreyenbrück erweitert, und 1971 übernahm Heiko Munderloh das Ruder – um 1973 vor einer ganz neuen Herausforderung zu stehen: Mercedes-Benz kaufte die Hannoversche Hanomag – und es gab die gewohnten Fahrzeuge auf einen Schlag nicht mehr.

Für Munderloh keine Delle: Man übernahm die Vertretung für Mercedes-Nutzfahrzeuge – und noch im gleichen Jahr gab es an der Cloppenburger Straße Renault: „Der R4 und der R16“, erinnert sich Heiko Munderloh, „das waren schon tolle Autos.“ So toll, dass es an der Cloppenburger Straße für beide Standbeine zu eng wurde und die Mun­derlohs in Etzhorn einen Karosserie- und Fahrzeugbaubetrieb gründeten. Mit dem Angebot, Aufbauten und Anhänger nach Maß und mit technischen Einrichtungen wie etwa Kühlaggregaten und Ladebrücken zu versehen, individualisierte das Unternehmen sein Angebot.


Stolz auf das Erreichte
In diesem Jahrzehnt kamen Ford und Dacia sowie Mercedes-Personenwagen hinzu. „Wir fühlen uns aber nach wie vor als ein Haus“, sagt Andrea Bianka Munderloh, die mit Vater Heiko die Geschäfte in Etzhorn führt, während Bruder Henning Munderloh das Autohaus in Kreyenbrück leitet. „Wir pflegen als Familienbetrieb die Nähe zum Kunden.“ Sich zwischen wachsenden Ansprüchen der Kunden und deren sehr unterschiedlichen Wünschen auf der einen und der ständig komplexer werdenden Technik und den Anforderungen der Konzerne auf der anderen Seite behauptet zu haben – darauf sind die Munderlohs stolz. „Man hat es ja heute mit Weltkonzernen zu tun“, sagt Heiko Munderloh, „das sind ja keine kleinen Fabriken mehr wie Hanomag, wo man jeden kannte.“


Vorsichtig geblieben
Stolz sind Sie auch darauf, dass Dienstleistungen wie Versicherungen, Finanzierung, und Leasing sowie Umwelt- und Arbeitsschutz ganz selbstverständlich zum Portfolio gehören. Doch die Vorsicht des Gründers ist weiterhin spürbar. Wie passt dazu die lichtdurchflutete, modernistische und extrovertierte Halle in Etzhorn? „Auch dafür“, sagt Heiko Munderloh, „haben wir erst einmal ordentlich angespart.“

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Das Unternehmen investiert bei aller finanziellen Vorsicht zudem stark in Technik, Servicequalität, Fort- und Ausbildung. Aktuell wurden sieben Auszubildende eingestellt, insgesamt sind es zurzeit 18, die sich mit den unterschiedlichen Technologien der Hausmarken, dem Siegeszug der Fahrzeugelektronik und der Lastzug-Werkstatt auseinandersetzen. „Das sind ja keine R4s mehr“, sagt Munderloh, „an denen man so einfach herumschrauben kann.“




 



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