OLDENBURG, 3. September 2010


Scherf wohnt als Gast in Demenz-WGs

Begegnung Altenpflegeschule lädt die Generationen zum Dialog – Bremer Ex-Bürgermeister erzählt


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Diskutierten über das Thema Alter und Demenz (von links): Birgit Voß, Henning Scherf, Ilse Heinken, Elke Wicherts und Thomas Lichtenstein. BILD: Kathrin Schumacher  Bild vergrößern

Eine Runde erörterte das Thema Alter. Auch unterschiedliche Wohnformen waren Thema.

von Sabine Schicke

Oldenburg - Er wohnt in Deutschlands berühmtester Seniorenwohngemeinschaft: Henning Scherf. Der ehemalige Bremer Bürgermeister ist nicht nur als Schlichter in Sachen Stromtarif in Oldenburg zu finden, sondern kam am Mittwochabend auf Einladung der Evangelischen Altenpflegeschule, um über seine Erfahrungen mit dem Thema generationsübergreifendes Wohnen zu berichten. Schulleiterin Birgit Voß begrüßte Scherf im Zuge der Kampagne „Generationen in Oldenburg und umzu“.

Vor etwa 150 Gästen sprach er in den Räumen der Oldenburgischen Landesbank nicht nur über den Umgang mit Alter, Krankheit und Sterben in seiner Wohngemeinschaft, sondern schilderte auf eindringliche Weise auch die Erfahrungen bei der Recherche für sein neues Buchprojekt: Der SPD-Politiker erkundet neue Wohnformen für Menschen, die an Demenz erkrankt sind.

So quartiert der 71-Jährige sich in verschiedenen Städten in Wohngemeinschaften ein, in denen gesunde und kranke Menschen gemeinsam leben. Dort nimmt er wie ein Bewohner am Alltagsleben teil. „Es ist spannend zu beobachten, welche neuen Formen sich überall entwickeln“, erläuterte er. Sein Fazit, für das er viel Beifall bekam: „Wir müssen uns mehr umeinander kümmern.“

Der demografische Wandel sei eben nichts, was nur einzelne angehe, sondern er betreffe alle, meinte er. Durch die aktive Gestaltung von Begegnungen – etwa durch gemeinsames Kochen und Singen – könne man das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Kranken deutlich verbessern.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten mit Scherf unter der Gesprächsleitung von NWZ -Redakteurin Sabine Schicke dann Ilse Heinken, 75-jährige Bewohnerin eines Mehr-Generationen-Projekts am Rügener Ring, Elke Wicherts, Leiterin des Stadtplanungsamtes, und Schauspieler Thomas Lichtenstein über das Thema Alter und die Möglichkeiten, diesen Lebensabschnitt zu gestalten. Dabei ging es nicht nur darum, den oftmals negativen Blick auf das Alter zu verändern, sondern auch darum, welche Unterstützung Demenzkranke und deren Angehörige benötigen.

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Birgit Voß berichtete auch über die Ausbildung der Altenpflegeschüler. Für einen Austausch zwischen Jung und Alt plädierte auch OLB-Filialleiter Frank Glaubitz.




 



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