Katzenbabys sind Sorgenkinder
Tierheim Kapazitäten sind erschöpft – Auch Hunde und Kaninchen ausgesetzt
Ausgesetzte Katzenbabys: Tierheimleiterin Ellen Hibbeler und ihr Team versorgen zurzeit 40 Jungtiere, die ein neues Zuhause suchen. Insgesamt beherbergt das Heim im Moment 100 Katzen. BILD: Julia Lißewski 
von Julia Lißewski
Nordmoslesfehn - Der Urlaub gehört zur schönsten Zeit des Jahres. Für einige Haustiere gilt das aber leider nicht. Auch in diesem Jahr musste das Oldenburger Tierheim wieder Tiere aufnehmen, die von ihren Besitzern ausgesetzt worden waren – möglicherweise, weil sie nicht in deren Urlaubsplanung passten.
„Natürlich ist es schwierig einzugrenzen, welche Tiere aus diesem Grund ausgesetzt wurden. Sie haben ja keinen Zettel mit dieser Information am Halsband. Aber in der Zeit der Sommerferien sind neben zahlreichen Katzen auch zwei Hunde und zwei Kaninchen gefunden worden“, berichtet Ellen Hibbeler, Geschäftsführerin und Leiterin des Tierheims. Auch nach 14 Tagen hätten sich die Besitzer nicht nach den Tieren erkundigt, so Hibbeler. Somit wurden sie zur Vermittlung freigegeben.
Glück für den ausgesetzten Jack-Russel-Terrier, der schon kurz darauf ein neues Zuhause fand. Der andere Hund, ein Dackel, und die beiden Kaninchen hatten noch kein Glück. „Da sehe ich beim Vermitteln aber keine Probleme“, sagt die Geschäftsführerin.
Große Probleme gibt es aber mit Katzen. Das Tierheim wird zurzeit mit Jungtieren überflutet. Hibbeler: „Das wird von Jahr zu Jahr schlimmer.“ Erst vor kurzem wurden Katzenwelpen im Schlossgarten, in Klein Scharrel und in Bornhorst ausgesetzt. Insgesamt pflegt das Tierheim im Moment rund 100 Katzen, davon 40 Jungtiere. Die Kapazitäten sind nah an der Grenze.
Auffällig dabei ist, dass nicht nur Mischlinge, sondern auch Rassekatzen wie Perser oder Norwegische Waldkatzen ausgesetzt werden. „Das zeigt deutlich, dass sich nicht genügend Gedanken um die Arbeit und Kosten, die eine Katze verursacht, gemacht werden. Viele finden die Tiere einfach nur süß und neigen zu Spontananschaffungen. Das ist ein großer Fehler“, erklärt die Leiterin. „Spätestens wenn die Katzen anfangen, erste Möbelstücke zu zerkratzen, landen sie im Tierheim.“
Damit den Katzen sowie allen anderen Tieren im Tierheim solch ein Schicksal zukünftig erspart bleibt, achtet die Leitung bei der Vermittlung auf verschiedene Dinge. „Frauen, die schwanger sind, sollten sich grundsätzlich kein neues Tier anschaffen. Das Kind könnte Allergien haben“, erklärt Hibbeler. Außerdem sollte ein Haustier niemals nur zur Freizeitgestaltung angeschafft werden. Tiere seien eigenständige Persönlichkeiten, die rund um die Uhr Aufmerksamkeit bräuchten.
Mitarbeiter des Tierheims fahren auch, bevor ein Tier vermittelt wird, zu den Interessierten und inspizieren auch die Gegend und den Wohnraum. „Bewerber um eine Katze, die an viel befahrenen Straßen wohnen, haben keine Chance“, versichert Hibbeler. Da würde sie die Tiere lieber im Heim lassen. „Hier sind sie wenigstens sicher und werden gut behandelt.“
Das Tierheim hat jeden Werktag außer mittwochs von 14 bis 17 Uhr geöffnet sowie zusätzlich an jedem ersten Sonnabend im Monat von 14 bis 17 Uhr.
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