Großer Besucherandrang auf mittelalterlichem Markt
1150-Jahr-Feier Organisator zieht eine positive Bilanz – Vorstellung vieler alter Handwerks-Berufe
Sorgten in der Kirche für mittelalterliche Klänge: Anja, Inga, Johanna, Nele, Gina und Lina (von links) BILD: Mirja Zipfel 
Ganderkesee - Das Mittelalter ist nach Ganderkesee zurückgekehrt – wenn auch nur für zwei Tage. 16 Aussteller zeigten den vielen interessierten Besuchern auf dem Platz vor der St. Cyprian- und Cornelius-Kirche ihr handwerkliches Können.
Menschentrauben bildeten sich vor allem an den Stationen, wo der Nachwuchs gefordert war. Während die dreijährige Kezia zusammen mit ihrer Mutter eine Filzkugel formte, testete der fünfjährige Noah seine Fähigkeiten mit Pfeil und Bogen aus. „Ich habe zu Hause schon ein bisschen geübt“, sagte er. Doch nicht nur Robin Hood war im Einsatz. Besinnlicher ging es im Zelt nebenan zu: Dort las eine Geschichtenerzählerin das Märchen vom tapferen Schneiderlein vor, und noch eine Station weiter konnte man bei den Pfadfindern sein eigenes Stockbrot herstellen.
Ein anderer Stand erfreute sich bei den Älteren großer Beliebtheit: Bierbrauer Volker Grundmann weihte in die Geheimnisse des mittelalterlichen Gerstensafts ein: „Das Malz wird geschrotet und dann in einem Topf mit heißem Wasser aufgekocht“, erklärte er zahlreichen Interessierten die Vorgehensweise.
Organisator Peter Mienert zog eine positive Bilanz: „Der Markt stößt auf ein großes Interesse. Wenn ich jetzt noch eine Pause machen könnte, wäre ich mehr als zufrieden.“ Zu besinnlichen Klängen luden am Sonnabend sechs junge Musikerinnen von der Musikschule des Landkreises Oldenburg ein. Anja, Inga, Johanna, Nele, Gina und Lina traten in der Kirche auf und unterhielten dort ihre Zuhörer mit zarter Barockmusik.
Draußen wurde indes weiter gefeiert – oder gearbeitet. Bernhard Kühntopf aus Falkenburg schnitzte Liebeslöffel. Nebenan formte Steinmetz Helmut Reiners-Kimmich mit Knüppel und Spitzeisen einen Brocken Kalkstein und rührte dabei die Werbetrommel für einen Beruf, der vom Aussterben bedroht ist.
Und noch jemand wollte sich den mittelalterlichen Markt nicht entgehen lassen: Gänsedame Gundula von Schwanensee, eine angeblich direkte Nachfahrin von dem Schwan, auf dem schon Lohengrin ritt, schnatterte gut gelaunt in ihrem Käfig.
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