Barocke Schätze aus der Geschichte der Stadt
Schlosskonzerte Hamburger Ratsmusik spielt zum Auftakt der Reihe
Musik für Augen und Ohren: Mit barocken Tänzen gestaltete die Tanzakademie am Meer den Höhepunkt des Konzerts. BILD: Atto Ide 
Jever - „Wir öffnen im Sommer immer wieder gern unser Haus für alte Freunde“, begrüßte Museumsleiterin Professor Dr. Antje Sander sowohl das Publikum als auch die Musiker der Hamburger Ratsmusik, die inzwischen schon traditionell zum Auftakt der Schlosskonzert-Reihe im jeverschen Schloss auftreten.
Einen ganz besonderen Schatz hatten die Musiker in diesem Jahr dabei: Jever feiert 475 Jahre Stadtrechte, das Schlossmuseum 125-jähriges Bestehen und die Hamburger Ratsmusik 25. Geburtstag – Grund genug, mit „Musik und Tanz an den Höfen zu Jever und Zerbst“ auch ein ganz besonderes Konzert zu geben.
Zwei Teile, das Lied „Ihr hellen Sterne“ von Johann Ulrich und die Sonate von Johann Gottfried Golde, stammen direkt aus dem Archiv der Bibliothek des Mariengymnasiums und erklangen wahrscheinlich erstmals seit dem 18. Jahrhundert wieder im Schloss.
Humorvoll-ironisch wurde die Stimmung mit den Liedern von Georg Philipp Telemann. So sang Dirk Hauenschild, Jevers ehemaliger Kantor, „Wo bleibt ihr denn ihr guten Tage, denn euretwegen sterb’ ich nicht“. Vier Lieder in dieser Art trug er zum Vergnügen der Zuhörer vor.
Und wenn dann zwischendurch drei junge Damen und ein Herr in prachtvoller barocker Kleidung durch den Saal tanzten, überraschte das die regelmäßigen Besucher nicht, wies die Einlage doch auf den Höhepunkt des Eröffnungskonzerts hin. Wie schon in den Jahren zuvor zog das gesamte Publikum in den Gobelinsaal um, wo Musik und Tanz mit prächtigen Kostümen Ohr und Auge erfreuten. Unter Leitung von Ian Owen steuerten vier junge Tänzer von der Tanzakademie am Meer ihren Teil zum Höhepunkt des Konzerts bei.
Die außergewöhnliche Mischung vom launigen Lied bis zum gesungenen Psalm mit besonderen Bezügen zur Stadt Jever bescherte den Musikern um die Gambistin Simone Eckert, Ulrich Wedemeier (Laute), Christoph Heidemann (Geige) und Dirk Hauenschild (Gesang) begeisterten Beifall, wie sie es selbst in Jever so noch nicht erlebt haben.
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