FRIESOYTHE, 10. September 2008


Spagat zwischen Tradition und Moderne

STADTGESCHICHTE Entwicklung von mittelalterlicher Siedlung zu prosperierendem Mittelzentrum


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Ein Jahr Vorbereitung hat sich gelohnt: Etwa 6000 Kinder aus Friesoythe trafen sich auf dem Sportplatz im Schulzentrum Dr.-Niermann-Straße zum „Foto des Jahrhunderts“. 30 Schulen und Kindergärten haben sich beteiligt. BILD: ARCHIV/KOWALSKI Bild vergrößern

VOR 700 JAHREN WURDE FRIESOYTHE ZUM ERSTEN MAL URKUNDLICH ERWÄHNT. MIT SEINEM VIELFÄLTIGEN ANGEBOT LÄSST ES SICH HEUTE IN DER STADT SEHR GUT LEBEN.

VON THOMAS NEUNABER

Friesoythe - „Sich für so eine schöne und lebenswerte Stadt zu engagieren, macht einfach Spaß“, sagt Bernhard Möller. Möller ist seit Anfang 2005 Ortsvorsteher in Friesoythe – ein Ehrenamt, auf das er stolz ist. „Vor allem der gute Zusammenhalt in der Bevölkerung und die Zentralität gefallen mir an Friesoythe“, sagt der Ratsherr.

Der Weg zum prosperierenden Mittelzentrum mit Gymnasium, den Berufsbildenden Schulen und kulturellen Einrichtungen wie der Alten Wassermühle oder dem Neuen Forum war lang.

In einem Begleitbrief der Grafen von Tecklenburg an Osnabrücker Kaufleute am 13. September 1308 wurde die Stadt Friesoythe erstmals urkundlich erwähnt. Die Tecklenburger mussten schließlich Ende des 14. Jahrhunderts ihre Herrschaft an den Bischof von Münster abtreten. Unter Münsterscher Herrschaft wuchs die Stadt auf 98 steuerpflichtige Haushalte im Jahr 1473 an. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das erste Friesoyther Schützenfest, das 1337 stattfand.

Im Jahr 1803 begann dann die Oldenburgische Zeit in Friesoythe und Umgebung. 1814 wurde Friesoythe schließlich Amtsstadt. Ein einschneidendes Jahr für die Stadtgeschichte war auch die Zusammenlegung der Ämter Cloppenburg und Friesoythe mit Sitz in Cloppenburg. Friesoythe blieb aber Mittelpunkt des alten Amtes Friesoythe.

Eine dunkle Epoche in der Stadtgeschichte erlebte Fries oythe Mitte April 1945, als alliierte Truppen die Stadt in Schutt und Asche legten. Noch heute erinnert ein Denkmal hinter dem alten Rathaus an diese schrecklichen Ereignisse, bei denen viele Bürger ihr Leben verloren und historische Gebäude wie das Stadttor dem Erdboden gleichgemacht wurden. Mit viel Engagement beseitigten die Friesoyther in den Folgejahren die schweren Kriegsschäden und stellten die Weichen für die zukunftsgewandte Entwicklung der Stadt zum heutigen Mittelzentrum.

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Ein einschneidendes Datum in der Historie der Stadt und der umliegenden Ortschaften war der 1. März 1974: Mit der niedersächsischen Gebietsreform wurden die Gemeinden Altenoythe, Markhausen, Neuscharrel und die Hümmlinger Gemeinden Gehlenberg und Neuvrees trotz des Protestes einzelner Gemeinden zur neuen Stadt zusammengeschlossen.

Heute steht Friesoythe für den gelungenen Spagat zwischen Tradition und Moderne. „Viele Bürger identifizieren sich mit dem Ort“, hat Ortsvorsteher Bernhard Möller in unzähligen Gesprächen mit Friesoyther Bürgern erfahren. Beispielhaft ist auch das Friesoyther Bürgerengagement, das sich auch in den unzähligen Vereinen widerspiegelt.




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