Hälfte der Produkte gehen in die USA
WIRTSCHAFT Von der Scheune zum modernen Impfstoffwerk – Millionen in Produktion investiert
Präzisionsarbeit Der Ingenieur Aloys Deeken bereitet Proben der Arzneimittel für die maschinelle Qualitätsprüfung vor. BILD: BENJAMIN KLEEMANN 
VON BENJAMIN KLEEMANN
Friesoythe - Wo vor 77 Jahren nur eine Scheune stand, erstreckt sich heute über 8000 Quadratmeter eine der modernsten Produktionsanlagen für Tierarzneimittel in Deutschland. 1931 gründete der Apotheker Dr. Bernd Meiners in der Sedelsberger Straße die Impfstoffwerke Friesoythe und stellte hier in erster Linie Serum aus Pferdeblut her. Mitte der 70er Jahre verließ das letzte Pferd das Betriebsgelände und das Kerngeschäft wurde grundlegend auf die Produktion von sterilen Arzneimitteln umgestellt.
Heute exportiert Essex als Tochterfirma des US-amerikanische Unternehmens Schering Plough Corporation, einem der größten Hersteller von Arzneimitteln für Tiere weltweit, in 70 Länder rund um den Globus. „Die Palette der Produkte reicht dabei von Antibiotika über Betäubungsmittel bis zu Hormonpräparaten zur Zyklus-Steuerung“, sagt der Werksleiter Dr. Gisbert Voigt. Etwa die Hälfte der 500 000 Liter steriler Arzneimittel, die hier pro Jahr hergestellt werden, werden in den USA verkauft. „Der deutsche Markt macht hingegen nur noch etwa vier Prozent aus“, erklärt Manfred Achtermann, der Leiter für Materialwirtschaft.
Ab dem Jahr 2000 wurden in den Friesoyther Produktionsstandort Millionenbeträge investiert und damit zusätzliche Produktionskapazitäten geschaffen sowie neue Labors eingerichtet. Durch die Erweiterungen hat sich auch die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt – auf aktuell etwa 180.
Großen Wert legt die Firma auf gründliche Qualitätskontrollen. „Denn wir müssen nicht nur die Standards der EU-Gesundheitsbehörde erfüllen, sondern auch die Vorgaben aus USA, Japan und Russland“, erklärt Voigt. Um die gute Qualität ihrer Produkte zu gewährleisten, ist Essex auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter angewiesen und beschäftigt momentan 15 Auszubildende. Unter ihnen sind Laboranten, Pharmakanten und Kaufleute.
Nach neuen Produkten wird zwar nur in Amerika geforscht, an Kreativität und technischem Geschick mangelt es aber auch den Friesoythern nicht. Sie arbeiten bereits seit längerem an einer computergesteuerten Füllmengenkontrolle, die durch Laserkameras unterstützt wird. Außerdem haben sie ein System entwickelt, dass die Verantwortlichen per Handy alarmiert, sobald bei der Produktion eine Störung auftritt.
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