„Geschichte der Stadt ist Geschichte der Menschen“
FESTGOTTESDIENST Weihbischof Heinrich Timmerevers bittet um Segen Gottes zum Wohle der Stadt
VON FRIEDHELM M.-DÜRING
Friesoythe - Der Festgottesdienst der katholischen Kirchengemeinden anlässlich des 700-jährigen Bestehens der Stadt Friesoythe am Sonntag in der St.-Marien-Kirche fand sehr großen Anklang. Hauptzelebrant war Weihbischof Heinrich Timmerevers. Zusammen mit neun weiteren Geistlichen aus dem Stadtgebiet bat Timmerevers um den Segen Gottes zum Wohle der Stadt. Am Ende des Gottesdienstes spendete der Weihbischof den Segen mit der wertvollen Kreuzreliquie der Kirche.
Der Festgottesdienst wurde musikalisch begleitet von einem der größten Chöre, die bislang in der St.-Marien-Kirche gesungen haben. Rund 200 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung der Kirchenmusikerin Rebecca Voss sangen und musizierten.
„Wir haben einen Grund zu feiern. 700 Jahre Stadt Friesoythe kann man nicht überschauen. man wird immer wieder an den Punkt kommen und feststellen, dass diese Zeit gekennzeichnet ist vom Auf und Ab der Geschichte“, sagte Weihbischof Heinrich Timmerevers in seiner Predigt. Er erinnerte dabei an die große Brandkatastrophe von 1877, wo 50 Häuser zerstört wurden. Eine Katastrophe, ja Tragödie sei auch die Zerstörung 1945 gewesen. 231 der 382 Gebäude Friesoythes seien damals zerstört worden. Auch die Kirche sei vom Krieg gezeichnet gewesen. 1980 sei Friesoythe durch die höchste Arbeitslosenquote des Landes ebenfalls durch die Schlagzeilen der Medien gegangen. Jetzt hieße es aber „vom Armenhaus zur Boomregion“.
„Was ist die Geschichte der Stadt? Über wen sprechen wir da eigentlich? Wir sprechen über die Geschichte der Menschen – der Ahnen, der Urgroßeltern, der Großeltern der Eltern, der Familien, von Mann und Frau, Kindern, Jungen und Mädchen“, so Timmerevers. Die Geschichte der Stadt sei die Geschichte der Menschen, mit dem Auf und Ab, mit Erfolg und Misserfolg, mit Freud und Leid oder Gewinn und Verlust. 700 Jahre, die nicht einfach zu fassen seien.
„Es ist das Glück der Stadt, dass sie einen Zeitzeugen hat – die Glocke, 530 Jahre alt. Wenn diese Glocke doch erzählen könnte, aus welchem Anlass sie geläutet hat“, so Timmerevers. Im Anschluss an den Gottesdienst segnete Timmerevers die renovierte Glocke ein. Rund 60 Jahre hatte sie nicht mehr ihren Klang verbreiten können. Timmerevers und Bürgermeister Johann Wimberg schlugen anschließend gemeinsam das historische Denkmal an.
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