Firmengründer geschätzt und geachtet
HEINRICH BRÖTJE Auf der Wanderschaft viel gelernt – Soziales Verhalten wichtig
Unverwüstlich sind die Maschinen – und auch die Bohlen, auf denen Oltmann Brötje jun. steht. BILD: WOLFGANG MÜLLER 
Fortsetzung von Seite 12
1864 ging Heinrich Brötje auf Wanderschaft, nachdem er die Lehre erfolgreich abgeschlossen hatte. Oldenburg, Göttingen, Mainz, Bremen, Oldenburg und schließlich Berlin waren einige der Stationen. In Mainz nahm er neben der Arbeit in einer Tischlerei Zeichenunterricht, war außerdem Mitglied im Turnverein. In Berlin nahm er auch noch an einem Rechtschreibkursus teil.
Der Verdienst als Wandergeselle reichte übrigens kaum zum Leben, wie aus einem Brief an die Eltern hervorging. Die schickten daraufhin Honig und Socken, und der Vater schrieb einen Brief – angeblich den einzigen an den Sohn.
Wieder in Rastede, übernahm er zunächst als Brinksitzer das Erbe seines Vaters – bis er 1875 mit Unterstützung seiner Mutter die Tischlerei gründete. Im selben Jahr heiratete er Margarethe Helene Brötje, die Schwester seines Freundes Johann. Sohn Heinrich wurde geboren, doch schon nach zweijähriger Ehe starb seine Frau an den Folgen der Schwindsucht. 1879 heiratete Heinrich Brötje erneut, nämlich die Schwester seines Freundes Oltmann Diers (Tischlermeister in Wiefelstede), Anna Catharina Diers. Acht Kinder gingen aus dieser Ehe hervor – darunter August Brötje, der vor 90 Jahren das heutige Brötje-Werk gründete.
Als 1884 sein Freund Johann Brötje starb und auch dessen Bruder und Schwägerin starben, übernahmen Heinrich und Catharina Brötje die Vormundschaft über die vier unmündigen Kinder.
Das soziale Verhalten prägte auch Sohn August, der wie die Eltern bei der Belegschaft geschätzt und geachtet war. Der Firmengründer indes gönnte sich nicht viel – bekannt ist nur, dass sich die Eheleute dennoch mindestens eine Urlaubsreise genehmigten – in damaliger Zeit etwas Besonderes. Zellerfeld in Tirol war das Ziel.
- In dieser Woche, am 14. Mai, wird es vorgestellt: das Rasteder Jubiläumsbuch „Rasteder Sternstunden“, verfasst von zwölf Autoren. Von Huno und der frühen Klostergeschichte reicht es über die großherzogliche Sommerresidenz bis zur Rasteder Wirtschaft im 19.mehr
- Zur jüngeren Rastede Geschichte gehört der Bau der vier Doppel- und vier Einzelhäuser an der Mühlenstraße. Es war die damalige „Flüchtlingssiedlung“, die 1949, vor 60 Jahren, von einer Baugesellschaft errichtet wurde.mehr
- Fortsetzung von Seite 16
„Rastede geht neue Wege“ hieß es, als der damalige Bürgermeister Harry Wilters und der frühere Gemeindedirektor Klische für den Kauf der symbolischen Bausteine warben.mehr


