Lesestoff kommt aus der Wolke auf den Bildschirm
Literatur Experten sehen Cloud-Reading als weitere Entwicklung des E-Book-Geschäfts
Eine Frau liest in einem E-Book. Das E-Book wird die Lesegewohnheiten der Zukunft deutlich verändern. BILD: ddp 
Berlin - Über der Musikindustrie schwebt die Wolke schon seit einiger Zeit. Mit der zunehmenden Verbreitung des E-Books kommen nun auch deutliche Veränderungen auf die Buchbranche zu. Und auch die so genannte Cloud (deutsch: Wolke), die es möglich macht, Daten auf Server auszulagern und von überall abzurufen, wird zum Thema in den Verlagshäusern.
Der Markt werde 2012 ein „dramatisches Wachstum“ erleben, sagt Thomas Leliveld vom Unternehmen txtr voraus. Noch ist in Deutschland das klassische System das erfolgreichste: Der Leser sucht sich ein Buch aus und kauft es als Download. Der Cheflektor bei Bastei Entertainment, dem ersten deutschen Verlag mit Lektorat für digitale Produktionen, Jan Wielpütz, hält ein „geschlossenes System“ mit Lesegerät und Lesestoff aus einem Haus für die Nutzer am attraktivsten. Man müsse mit dem E-Reader an jedem Ort der Welt jederzeit ein Buch downloaden können.
„Da kommt dann die Cloud-Technik als nächster Schritt ins Spiel“, sagt Wielpütz. „Der Nutzer will seine Inhalte auf möglichst vielen Endgeräten lesen“ – auf dem E-Reader, dem Tablet-PC und auch auf dem Smartphone.
Das werde auch die Lesegewohnheiten verändern: „Ungeplante Wartezeiten könnten mit einem Zugriff auf das aktuelle E-Book via Smartphone überbrückt werden. Wenn dieser dann zu Hause sein Tablet oder E-Book-Lesegerät in die Hand nimmt, ist automatisch das elektronische Lesezeichen aktualisiert, und er kann an der richtigen Stelle weiterlesen.“
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