WIESBADEN, 5. November 2011


Wohnräume zeigen sich von ihrer besten Seite

Immobilien Beim Home Staging werden Objekte aufgemöbelt – Professionelle Beratung hat ihren Preis


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Vorher: Der Raum macht einen nüchternen Eindruck.  Bild vergrößern

tmn

Wiesbaden - „Home Staging“ heißt eine Methode, die in den USA erfolgreich praktiziert wird: Für den Verkauf werden Immobilien gezielt so hergerichtet, dass sie sich optimal präsentieren können. Dortige Erhebungen zeigen, so die Bausparkasse BHW, dass sich Immobilien auf diese Weise schneller verkaufen und einen bis zu zehn Prozent höheren Preis erzielen.

Auch in Deutschland bieten bereits zahlreiche Home-Staging-Berater ihre Dienste an, vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR). Und auch Makler erwerben sich Kenntnisse auf diesem Gebiet.

„Der erste Eindruck zählt“, erklärt DGHR-Vorsitzende Tina Humburg. „In vollen Zimmern fehlt dem Interessenten das Gefühl für die Raumproportionen, er wird nicht zugreifen.“ Düstere Dielen, vollgepackte Einbauschränke oder haufenweise Nippes auf der Kommode nennt sie als Negativbeispiele.

Die Prinzipien des Home Staging ähneln denen des Gebrauchtwarenhandels: Der Standardtipp für Eigentümer heißt zunächst Putzen. Gefolgt von dem Rat, gründlich auszumisten, bevor ein Interessent über die Schwelle tritt. Dann kommen Tricks zum Einsatz, die Verbraucher aus dem Supermarkt kennen: Licht, Farbe und hübsche Dekoration betonen die Vorteile der Ware. „Es geht nicht um schöner Wohnen, sondern um Marketing“, sagt Humburg.

Häufig werden Einrichtungsgegenstände reduziert, um mehr Raum für Fantasie zu schaffen. Bei Bedarf raten Humburg und Kollegen auch zu neuen Möbeln, zum Einbau moderner Sanitäreinrichtungen und auf jeden Fall zum Unkraut jäten. Der Interessent soll das Objekt sauber, freundlich und aufgeräumt zu Gesicht bekommen.

Die aufpolierte Optik zielt nach Ansicht des Immobilienverbandes Deutschland vor allem auf Frauen – sie hätten bei Paaren erfahrungsgemäß das entscheidende Wort. Der Verband Privater Bauherren (VPB) warnt vor einem radikalen Tuning alter Häuser: „Bekannte Mängel dürfe nicht verschwiegen werden.“ Interessenten sollten auch hinter die Tapete und unter das neu verlegte Laminat gucken.

Die Kosten für Home Staging beginnen laut DGHR bei neun Euro pro Quadratmeter. Wer professionelle Hilfe in Anspruch nehmen möchte, sollte ein Vorgespräch führen, den Aufwand schätzen lassen und einen Kostenvoranschlag verlangen, rät der VPB.

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