Kompakt und wandlungsfähig
Möbelmesse Einrichter haben zunehmende Zahl von Single-Haushalten im Visier
Vielseitig: Mit einem Dreh lässt sich das Sofa „Lady Dream“ des Herstellers Bruehl & Sippold in ein Bett verwandeln. BILD: ddp 
dpa
Köln - Kleiner, runder, natürlicher: Die Möbel von heute brauchen weniger Platz, haben weniger Ecken und sollen bei allem Design schon von weitem nach „richtigem Holz“ aussehen. Gleichzeitig werden sie in der Handhabung immer bequemer: Lehnen lassen sich per Knopfdruck höher oder niedriger stellen, Sofas können leicht ihre Sitzfläche vergrößern, Tische sind ohne Aufwand zu verlängern. Diese aktuellen Einrichtungstrends präsentieren mehr als 1100 Aussteller aus 54 Ländern bei der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne in Köln.
Vorbei die Zeit der klotzigen Schrankwand: Möbelstücke werden kleiner und kompakter. „Damit passen sie sich zum einen der zunehmenden Zahl von Singlehaushalten an, die in der Regel weniger Platz in der Wohnung haben“, erläutert die Trendexpertin des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Ursula Geismann. Zum anderen mache aber auch die moderne Technik große Möbel überflüssig: „Im Zeitalter von i-Pads und Laptops kommen Schreibtische mit kleineren Arbeitsflächen aus; Vitrinen können schmaler sein, weil LED-Licht keinen Platz wegnimmt.“
Insgesamt werde die Einrichtung einzelteiliger. „Im Wohnzimmer zum Beispiel ist Stauraum heute ein schwieriges Thema geworden, weil die Fernseher immer größer werden“, erklärt ein Hersteller aus Ostwestfalen. Schränke, Kommoden und Highboards sind deshalb oft so gebaut, dass sie um den Fernseher herum drapiert werden können. Oder der Flachbildschirm kann per Fernbedienung im Sideboard versenkt werden.
Ein Sinnbild für flexible Möbelstücke sind die sogenannten Poufs, die viele Aussteller im Programm haben: Das sind runde gepolsterte Sitzgelegenheiten, die in der Wohnung herumgetragen werden können und überall hinpassen.
Sichtbar natürliche Materialien stehen bei vielen Unternehmen im Fokus, zum Beispiel Schränke aus unbehandeltem oder gebrauchtem Holz mit unebener Oberfläche. „Es kommt nicht nur auf gutes Aussehen an, sondern auch darauf, dass sich das Ganze echt anfühlt“, sagt Geismann. Sofas und Sessel sind häufiger aus Fell oder Leder, und sehen – wie bei Kleidung – manchmal mit Absicht etwas abgeschabt aus (Vintage-Look). Ein Aussteller hat ein Schlafzimmer mit einer echten Moos-Wand gestaltet.
- „Die Fassade ist die Visitenkarte des Hauses“, sagt Ludger Küper vom „Paint Quality Institute“. Und der Wohnpsychologe Uwe Linke aus München sagt: „Eine Farbe kann Wärme und Geborgenheit vermitteln – also das, was wir auch gerne mit Heimat assoziieren.mehr
- Spechte können teure Schäden an Hauswänden verursachen, warnt Klaus Kellhammer vom Verband Privater Bauherren (VPB). Mit ihrem Schnabel hackten sie Löcher in den Verputz und die Wärmedämmung, so dass Feuchtigkeit in die Dämmschicht eindringen könne.mehr
- Insbesondere bei Wärmedämm-Verbundsystemen häufen sich Schäden durch Algenwachstum auf Außenwänden. Oft finde das Algenwachstum bereits im ersten Jahr nach Fertigstellung des Gebäudes statt, lautet eine Erkenntnis des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik.mehr
- Holzmöbel , Terrassendecks oder Palisaden aus Holz müssen vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Die natürliche Holzfarbe werde mit handelsüblichen Holzpflegemitteln mit UV-Schutz erhalten, erklärt die Initiative Holz-Pro-Klima.mehr
- Beim Kauf von Gartenliegen sollte auf die Standsicherheit geachtet werden, rät der TÜV Süd. Rollen am Freiluftmöbel seien für den Transport zwar praktisch, könnten aber auf abschüssigem Gelände gefährlich werden.mehr


