LOS ANGELES, 25. Januar 2012


Alle sprechen über Stummfilm

Kino Wim Wenders „Pina“ für Oscar nominiert – „The Artist“ großer Favorit


Hoffnungen machte sich auch Marcus Machura, gebürtig aus Munderloh bei Oldenburg. Doch sein Kurzfilm wurde nicht ausgewählt.

von Unseren Agenturen

Los Angeles - Der deutsche Regisseur Wim Wenders (66) ist mit seiner 3D-Hommage „Pina“ für den Doku-Oscar nominiert worden. Er sprach am Dienstag von einer „tollen Sache“. Die Dokumentation über die 2009 gestorbene Tänzerin Pina Bausch, Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters, tritt bei der Oscar-Vergabe in der Sparte „Bester Dokumentarfilm“ gegen vier Mitstreiter an.

„Pina“ hatte anfangs doppelte Oscar-Chancen, denn der Film war für Deutschland auch ins Rennen um den Auslands-Oscar gezogen. Bei einer Vorauswahl schaffte es „Pina“ in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“ zwar in die Spitzengruppe, konnte sich am Dienstag aber nicht unter den fünf ersten Nominierten platzieren.

Seine erste Oscar-Nominierung hatte Wenders im Jahr 2000 für die Musik-Doku „Buena Vista Social Club“ erhalten, war bei der Preisvergabe dann aber leer ausgegangen. Zuletzt hatte Florian Henckel von Donnersmarck 2007 mit seinem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt. 1960 wurde der deutsche Tierforscher Bernhard Grzimek mit seinem Afrika-Film „Serengeti darf nicht sterben“ mit dem Dokumentar-Oscar gekrönt.

In diesem Jahr werden die Oscars am 26. Februar in Hollywood zum 84. Mal vergeben. Mit dabei gewesen wäre auch gern Marcus Machura (37), gebürtig aus Munderloh bei Oldenburg, heute als Produzent in Köln lebend. Doch sein vornominierter Kurzfilm „Das Rauschen des Meeres“ erreichte nicht die Endausscheidung.

Machura nahm es gelassen: „Wir feiern trotzdem“ sagte er am Dienstag. „Es ist schon eine Auszeichnung, überhaupt so weit gekommen zu sein.“ Dafür ist ein anderer Deutscher nominiert: Der Hamburger Max Zähle mit seinem Kurzspielfilm „Raju“. Er schaffte es mit vier Mitbewerbern in die Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“.

Im vorigen Juni hatte der Absolvent der Hamburg Media School mit „Raju“ bereits den bronzenen Studenten-Oscar gewonnen. Sein 25-minütiger Film handelt von einem deutschen Ehepaar, das nach Indien kommt, um ein vermeintliches Waisenkind zu adoptieren. Die beiden müssen dann aber feststellen, dass das Kind seinen leiblichen Eltern weggenommen wurde.

Großer Favorit ist in diesem Jahr der französische Stummfilm „The Artist“, der in dieser Woche in den deutschen Kinos anläuft. Der Film von Michel Hazanavicius bekam die Nominierungen für zehn Oscars, davon fünf in den wichtigen Hauptkategorien. Darunter ist auch der Hauptpreis für den besten Film, den allerdings auch acht andere Produktionen gewinnen können. Hazanavicius kann die Trophäe als Regisseur und als Drehbuchautor gewinnen, Jean Dujardin als bester Hauptdarsteller und Ludovic Bource für die Musik.

ANZEIGE

Weitere Favoriten sind das leise Rassendrama „The Help“ und George Clooneys Tragikomödie „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“. Sie haben die Chance auf vier Statuetten, ebenso wie Woody Allens „Midnight in Paris“ oder „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ mit Brad Pitt. „Albert Nobbs“, in dem sich Glenn Close als Mann verkleidet, um eine Anstellung zu bekommen, ist für drei Oscars nominiert.

Vor einem Jahr war „The King’s Speech“ der große Favorit. Von zwölf Nominierungen gewann er vier Oscars, unter anderem die besonders wichtigen als bester Film, beste Regie (Tom Hooper) und bester Hauptdarsteller (Colin Firth).






WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Elf Tänzer im Techno-Rausch

21.05.2012 - „Don’t dance!“, hatte Sharon Eyal den elf Tänzern eingeschärft. Nicht tanzen? Was die Haus-Choreografin der Batsheva Dance Company verlangte, war vielleicht das Schwierigste überhaupt: Die Tänzer sollten ihre bisherigen Vorstellungen vom Tanzen schlichtweg über den Haufen werfen.mehr

Staatstheater erhält Willy-Beutz-Preis

21.05.2012 - Die Sparte des Niederdeutschen Schauspiels am Oldenburgischen Staatstheater hat den mit 3000 Euro dotierten Willy-Beutz-Preis erhalten. Mit dem Preis zur Förderung des Niederdeutschen Schauspiels wurde die Inszenierung „Goot gegen Noordwind“ von Daniel Glattauer unter der Regie von Dominik von Gunten ausgezeichnet.mehr

Große Schritte in eine neue Zeit

21.05.2012 - Umbrüche, Skandale und die Suche nach einer neuen Ästhetik – die Jahrzehnte um und nach 1900 gehörten zu den spannendsten Zeiten der Musikgeschichte. An keinem Ort wurde dies so deutlich wie in Paris.mehr

Übersetzer-Preis an Frank Heibert

21.05.2012 - Der Übersetzer Frank Heibert erhält den mit 15  000 Euro dotierten Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis. Vor allem für das Meisterwerk des amerikanischen Autors Don DeLillo „Unterwelt“ habe Heibert eine Sprache gefunden, die diesem Roman auch in Deutschland zu einem großen Erfolg verholfen habe, teilte die Rowohlt-Stiftung mit Sitz in Hamburg am Sonntag mit.mehr

Hanekes Film euphorisch gefeiert

21.05.2012 - Der neue Film von Michael Haneke, „Liebe“, ist bei der ersten Vorführung in Cannes euphorisch gefeiert worden. In dem Werk erzählt der österreichische Regisseur von einem älteren Ehepaar um die 80.mehr

Anzeige
Umfrage

Die Kanzlerin feuerte nach der NRW-Wahl Bundesumweltminister Röttgen. Ist das eine angemessene Reaktion?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
25 °C
16 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat