Alle sprechen über Stummfilm
Kino Wim Wenders „Pina“ für Oscar nominiert – „The Artist“ großer Favorit
von Unseren Agenturen
Los Angeles - Der deutsche Regisseur Wim Wenders (66) ist mit seiner 3D-Hommage „Pina“ für den Doku-Oscar nominiert worden. Er sprach am Dienstag von einer „tollen Sache“. Die Dokumentation über die 2009 gestorbene Tänzerin Pina Bausch, Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters, tritt bei der Oscar-Vergabe in der Sparte „Bester Dokumentarfilm“ gegen vier Mitstreiter an.
„Pina“ hatte anfangs doppelte Oscar-Chancen, denn der Film war für Deutschland auch ins Rennen um den Auslands-Oscar gezogen. Bei einer Vorauswahl schaffte es „Pina“ in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“ zwar in die Spitzengruppe, konnte sich am Dienstag aber nicht unter den fünf ersten Nominierten platzieren.
Seine erste Oscar-Nominierung hatte Wenders im Jahr 2000 für die Musik-Doku „Buena Vista Social Club“ erhalten, war bei der Preisvergabe dann aber leer ausgegangen. Zuletzt hatte Florian Henckel von Donnersmarck 2007 mit seinem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt. 1960 wurde der deutsche Tierforscher Bernhard Grzimek mit seinem Afrika-Film „Serengeti darf nicht sterben“ mit dem Dokumentar-Oscar gekrönt.
In diesem Jahr werden die Oscars am 26. Februar in Hollywood zum 84. Mal vergeben. Mit dabei gewesen wäre auch gern Marcus Machura (37), gebürtig aus Munderloh bei Oldenburg, heute als Produzent in Köln lebend. Doch sein vornominierter Kurzfilm „Das Rauschen des Meeres“ erreichte nicht die Endausscheidung.
Machura nahm es gelassen: „Wir feiern trotzdem“ sagte er am Dienstag. „Es ist schon eine Auszeichnung, überhaupt so weit gekommen zu sein.“ Dafür ist ein anderer Deutscher nominiert: Der Hamburger Max Zähle mit seinem Kurzspielfilm „Raju“. Er schaffte es mit vier Mitbewerbern in die Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“.
Im vorigen Juni hatte der Absolvent der Hamburg Media School mit „Raju“ bereits den bronzenen Studenten-Oscar gewonnen. Sein 25-minütiger Film handelt von einem deutschen Ehepaar, das nach Indien kommt, um ein vermeintliches Waisenkind zu adoptieren. Die beiden müssen dann aber feststellen, dass das Kind seinen leiblichen Eltern weggenommen wurde.
Großer Favorit ist in diesem Jahr der französische Stummfilm „The Artist“, der in dieser Woche in den deutschen Kinos anläuft. Der Film von Michel Hazanavicius bekam die Nominierungen für zehn Oscars, davon fünf in den wichtigen Hauptkategorien. Darunter ist auch der Hauptpreis für den besten Film, den allerdings auch acht andere Produktionen gewinnen können. Hazanavicius kann die Trophäe als Regisseur und als Drehbuchautor gewinnen, Jean Dujardin als bester Hauptdarsteller und Ludovic Bource für die Musik.
Weitere Favoriten sind das leise Rassendrama „The Help“ und George Clooneys Tragikomödie „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“. Sie haben die Chance auf vier Statuetten, ebenso wie Woody Allens „Midnight in Paris“ oder „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ mit Brad Pitt. „Albert Nobbs“, in dem sich Glenn Close als Mann verkleidet, um eine Anstellung zu bekommen, ist für drei Oscars nominiert.
Vor einem Jahr war „The King’s Speech“ der große Favorit. Von zwölf Nominierungen gewann er vier Oscars, unter anderem die besonders wichtigen als bester Film, beste Regie (Tom Hooper) und bester Hauptdarsteller (Colin Firth).
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