Die Witwe und die windigen Gauner
Theater Späälköppel Wiefelstä führt „Vääl Pläseer mit mien Fro“auf
von Erhard Drobinski
Wiefelstede - Ein Lustspiel mit Tiefgang erlebten die vielen Zuschauer am Sonntagabend im Gasthof Rabe in Wiefelstede bei der Premiere des plattdeutschen Theaterstücks „Vääl Pläseer mit mien Fro“ der „Späälköppel Wiefelstä“. Mit dem Dreiakter von Rudolf Korf wurde ein Stück mit einem ernsthaften und zeitgemäßen Hintergrund vorgetragen.
Mehr als 30 Theaterstücke wurden im vergangenen Jahr von einigen Mitgliedern der Späälköppel durchgelesen, bevor sich Britta Diers als Regisseurin entschloss, diesen Dreiakter einzustudieren. „Von der Besetzung und vom Bühnenaufbau passte das Stück sehr gut. Zudem passt es in die Zeit, hat Tiefgang und dennoch Humor.“
In dem Theaterstück „Vääl Pläseer mit mien Fro“ geht es beileibe nicht um Frauentausch, sondern um den Verlust eines Hauses, den Nelli Nordmann (gespielt von Ute Petershagen) erleiden muss. Die zwei windigen Geschäftsleute Gregor Güldenpenning (Sven Gerken) und Holger Christ (Christian Plietz) hatten es ihr nicht ganz seriös abgeluchst.
Unterstützung erhält die Witwe Nelli durch den Nachbarn Leo Lenz (Karl-Heinz Brett) und die Schuldnerberaterin Traute Blohm (Dagmar Dirksen). Mit ihrem verstorbenen Ehemann Hans Hugo kommuniziert sie zudem auf eine ganz eigenwillige Art und Weise.
Ihre Helfer werden in die Machenschaften um einen Hausbetrug mehr zufällig einbezogen. Bei ihren Gegnern sorgen sie für einige Blessuren und Überraschungen.
Anders verhält es sich da mit der Anwältin Ingwelde-Sophie Obermann-Finkenfeld (Anke Stolle), die sich auf Vertuschung spezialisiert hat. Nur faul, geldgierig und immer durstig sind die drei Möbelpacker Rolf (Ralf Diers), Doris (Malena Schröder) und Alfred (Jannis Küpker).
Mit dem Verlust des Hauses möchte sich Nelli nicht zufrieden geben. Unterstützt von ihrem toten Mann und dem Nachbarn Leo wird einiges in Bewegung gebracht.
Bei der Premiere sahen die Besucher ein Stück, „das ein aktuelles Thema behandelt und nicht nur immer Vergnügen ist“, wie Franz Geveke, 1. Vorsitzender des Ortsbürgervereins Wiefelstede, in seiner Begrüßungsrede betonte. In diesem Stück wird Unterhaltung mit Hintergrund präsentiert.
Der fast nicht enden wollende Beifall zum Schluss der Premierenaufführung gab den Protagonisten Recht. Mit ihrer darstellerischen Leistung und der Textsicherheit – die Souffleusin Ingeborg Huisken brauchte kaum einzugreifen – wurde das Publikum in den Handlungsablauf, mit Situationskomik kräftig gewürzt, schnell einbezogen.
Der Spielplan 2012 sieht für den Dreiakter „Vääl Pläseer mit mien Fro“ noch einige Aufführungen, alle im Gasthof Rabe in Wiefelstede, vor. Am Freitag, 10. Februar, am Dienstag, 14., Mittwoch, 15., Dienstag, 21., Mittwoch, 22., Dienstag, 28. Februar, und Freitag, 2. März, beginnen die Vorstellungen jeweils um 20 Uhr. Am Sonntag, 12. Februar, 19. und 26. Februar sowie 4. März beginnen die Aufführungen bereits um 17 Uhr. Karten gibt es im Gasthof Rabe, im Buchladen „Kiek rin“ und bei Lotto-Toto Brumund sowie zu den Aufführungen an der Abendkasse.
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