DORTMUND, 20. November 2010


50 000 Lämpchen am Lichterhaus

Advent Dortmunder verlegt 570 Meter Lichtschläuche an seinem Gebäude


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Der Dortmunder Jörg Pingel vor seinem Lichterhaus. Der gelernte Elektriker beginnt schon im Spätsommer mit den Vorbereitungen für die Adventszeit. BILD: dpa  Bild vergrößern

Der Weihnachtsspaß wird schon ab Spätsommer vorbereitet. Dann beginnen die Planung und der Einkauf.

von Andreas Sträter

Dortmund - Sollte der Weihnachtsmann tatsächlich mit einem fliegenden Schlitten kommen, dann kann er das Haus der Familie Pingel nicht übersehen. 50 000 Lämpchen leuchten und blinken am „Lichterhaus“ in Dortmund und machen deutlich: Hier wohnen Weihnachtsfans.

Vor zehn Jahren entdeckte Jörg Pingel Lichtschläuche in den Regalen eines Discounters. „Die sind unempfindlich, elastisch und leicht zu verlegen“, sagt der 40-Jährige. Die Schläuche schlängelte der gelernte Elektriker um Fenster, Kamin und Dachgauben, ­ fertig war das Weihnachtshaus. Mittlerweile verlegt Pingel ganze 570 Meter Lichterschläuche und versucht mit Eislichtvorhängen, Lichternetzen und Sternenlichtern eine adventliche Atmosphäre zu zaubern. Der Weihnachtsspaß beginnt für den Mann aus Dortmund schon im Spätsommer. „Im September, wenn andere noch gar nicht an Weihnachten denken, wird geplant und eingekauft“, erzählt Pingel.

Nicht nur in Dortmund gibt es „Lichterhäuser“. Auch in Zerbst in Sachsen-Anhalt, Straubenhardt im Schwarzwald, Westerstetten in Baden- Württemberg oder in Hunderdon in Bayern.

Jörg Pingel hat sich von amerikanischer Weihnachtskultur inspirieren lassen. Auslöser sei für ihn die US-Komödie „Schöne Bescherung“ mit Chevy Chase aus dem Jahre 1989 gewesen. Und so wird jedes Jahr im Oktober aus einem Haus im Ruhrgebiet ein Haus, das aussieht als stünde es in Amerika. Die Abbauarbeiten ziehen sich manchmal bis Ostern. Und das alles, weil er seinen Töchtern Lorena (10) und Lisa (13) sowie seinen Nachbarn eine große Freude bereiten will. „Es ist dann ein Leuchten und Funkeln in den Augen meiner Liebsten“, erzählt Pingel.

Lorenas Lieblingsfigur ist ein kleiner Pinguin mit Mütze und rotem Schal. Das Licht-Tierchen wackelt dabei unentwegt mit dem Köpfchen. Bunte Figuren gibt es am Weihnachtshaus sonst nur im Weihnachtswald auf der Doppelgarage mit Nikolaus, Rentiergespann und Schneefalleffekt.

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Pingels Frau Eva achtet darauf, dass die Dekoration nicht zu kitschig ausfällt. „Es ist alles weiß, nichts bunt“, sagt Pingel. Die Beleuchtung erreicht zur Weihnachtszeit eine Leistung von 13 600 Watt. „Das reicht, mehr Beleuchtung gibt es nicht“, sagt er. Der Strom für den sechswöchigen Adventsspaß kostet 300 Euro. Zur Einschaltparty am Wochenende erwartet Pingel etwa 150 Gäste: Bevor der Lichterhaus-Macher auf den Erleuchtungs-Knopf drückt, gibt es Eierpunsch, Glühwein und Lebkuchen.






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