Schlips überführt Mörder nach 20 Jahren
Kriminalität Großonkel soll 17-Jährige vor mehr als 20 Jahren erdrosselt haben – Hautschuppen entdeckt
Die Kriminalpolizei Heidelberg zeigt die Krawatte, mit der vor 20 Jahren ein 17-jähriges Mädchen ermordet wurde. BILD: dpa 
von Christian Jung
Heidelberg - Mehr als 20 Jahre nach dem Mord an einem Mädchen hat die Polizei dank neuester Technik den mutmaßlichen Mörder identifiziert. Der damals 63 Jahre alte Großonkel soll seine Nichte niedergeschlagen und dann mit einem Schlips erdrosselt haben. „Wir sind uns nach umfangreichen DNA-Analysen sicher“, sagte der Heidelberger Kripochef Siegfried Kollmar.
Der aus der Nähe von Bruchsal stammende Fernfahrer habe im Jahr 2000 jedoch Selbstmord begangen.
„Damals hatten wir einfach nicht die technischen Möglichkeiten, um ihn zu überführen“, sagte Kollmar weiter. Der Mann, der mit dem Mädchen ein Verhältnis hatte, galt bereits kurz nach der Tat als Hauptverdächtiger: Die junge Frau wollte laut Tagebucheinträgen das Verhältnis beenden, da sie einen gleichaltrigen Mann kennengelernt hatte.
Im August 1991 fanden Polizisten in einem Waldstück in der Nähe der französischen Stadt Besançon die teils unbekleidete Leiche der jungen Frau. Erst sieben Monate später konnte das Mädchen identifiziert werden – die Krawatte hing noch an der Kehle des Opfers. Bei der Toten handelte es sich um eine als vermisst gemeldete 17-Jährige aus Erfurt.
An dem Schlips konnten Spezialisten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg nach wochenlanger Feinarbeit winzige Hautschuppen finden. Die junge Frau hatte nach der Wiedervereinigung in Heidelberg eine Ausbildung in einem Luxus-Hotel begonnen und war plötzlich nicht mehr zur Arbeit erschienen.
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