Lebenslang für Serienmörder
Justiz Kieler Gericht verurteilt 65-Jährigen – Fünf Frauen getötet und geschändet
Die Gerichtszeichnung aus dem Landgericht in Kiel zeigt den Angeklagten Hans-Jürgen S. bei Prozessbeginn, das kleine Bild die beiden Richter des Landgerichts Kiel. Archivbilder: dpa 
Kiel - Lebenslange Haftstrafe für einen Serienmörder: Das Kieler Landgericht hat am Mittwoch einen 65-Jährigen wegen Mordes an fünf Frauen verurteilt. Er ist nach Ansicht der achten großen Strafkammer voll schuldfähig. Der Mann hatte gestanden, die Frauen aus dem Großraum Hamburg zwischen 1969 und 1984 getötet und geschändet zu haben. Die Opfer waren zwischen 15 und 22 Jahren alt.
Die besondere Schwere der Schuld stellte das Gericht nicht fest, anders als es die Staatsanwaltschaft verlangt hatte. Sie will Rechtsmittel prüfen. Auch die Verteidigung erwägt eine Revision.
Erst 27 Jahre nach dem letzten Mord waren die Fahnder dem Maurer im April 2011 dank neuer DNA-Untersuchungsmethoden auf die Spur gekommen.
Der bis dahin unauffällige 65-Jährige wurde in seinem Reihenhaus in Henstedt-Ulzburg festgenommen. Er gestand den Mord an der Schwesternschülerin und später vier weitere nicht aufgeklärte Taten.
„In allen fünf Fällen liegt Mord vor“, sagte der Vorsitzende Richter. Er hat sie getötet und missbraucht, um seine sexuelle Lust zu befriedigen, urteilte das Gericht am Mittwoch.
Der Richter beschrieb den zweifachen Vater und Großvater als einen Mann, der schon als Jugendlicher Frauen gegenüber unsicher war. Mit 17 Jahren entwickelte er dann sexuelle Gewaltfantasien. „Es ging dem Angeklagten nicht um die Tötung seiner Opfer, sondern um das Wehrlosmachen, und sie zum Schweigen zu bringen.“ Der Angeklagte sei nicht psychisch krank. Er sei zielstrebig und teilweise taktierend vorgegangen.
In vier Fällen erwürgte er die jungen Frauen mit bloßen Händen. Dann verging er sich an drei Leichen, im vierten Fall versuchte er dies vergeblich. Sein letztes Opfer vergewaltigte er, bevor er die Frau strangulierte.
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