Niedersachsen-Urlaub gefragt wie nie
ITB Prognosen für 2010 jetzt schon bei einem Plus von 5,7 Prozent – Inseln und Harz die Gewinner
Werben in Berlin auch für die Spendenaktion für das Weltnaturerbe Wattenmeer (v.l.): Carolin Ruh, Geschäftsführerin Tourismus-Marketing Niedersachsen, Frieslands Landrat Sven Ambrosy und Oliver Melchert von der „Nordsee GmbH“ BILD: WAHN 
VON NORBERT WAHN, REDAKTION
Berlin - Niedersachsen entwickelt sich mehr und mehr zu einem Touristen-Magneten. Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub hier. „Wir haben im letzten Jahr aus den klassischen Urlaubsländern wie Bayern und Baden-Württemberg deutlich Marktanteile zurückgewonnen und gute Zugewinne in Niedersachsen erzielt“, erklärt Carolin Ruh, Geschäftsführerin der Tourismus-Marketing GmbH, am Rande der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin.
Als Gründe dafür nennt sie u.a. neue touristische Produkte, die entwickelt worden seien, beispielsweise das Radtourismus-Konzept in Ostfriesland, „Bed und Box“ im Oldenburger Münsterland, bei dem der Urlauber sein eigenes Pferd mitbringen kann, und die Investitionen in die Infrastruktur im Wangerland. Zudem wirkten sich der Ausbau der A 31 und die Flugverbindungen von Billigfluglinien positiv aus.
„Niedersachsen kommt aber auch das veränderte Reiseverhalten der Deutschen zugute. Zum einen verbringen immer mehr Menschen ihren Urlaub in Deutschland. Zum anderen suchen sie Erholung, wollen die Natur genießen und sind gesundheitsbewusster. Für Niedersachsen spricht da die große Vielfalt des Angebotes“, erklärt Frieslands Landrat Sven Ambrosy, Vorsitzender der Tourismusverbände „Niedersachsen“ und „Nordsee“.
Niedersachsen biete den Urlaubern „gute Qualität zum ordentlichen Preis“, so Carolin Ruh weiter. Es gebe Angebote für „kleines und größeres Geld“. „Die Menschen reduzieren vielleicht die Reisedauer, aber an der Qualität wird nicht gespart“, weiß die Geschäftsführerin der Tourismus-Marketing Niedersachsen. Die Aufenthaltsdauer liege beispielsweise auf den Inseln im Durchschnitt bei zehn Tagen.
Wachstum in 2009
2009 hat Niedersachsen beim Tourismus „ein tolles Wachstum beschert“, erklärt Sven Ambrosy. Gerade auch außerhalb der Saison hat es Wachstumsraten gegeben, auf den Inseln, in Ostfriesland, aber auch im Harz. „Das Interesse am Urlaub im Harz ist im Sommer mittlerweile genauso groß wie im Winter. Die Touristen haben den Harz für das Wandern und Mountainbike-Fahren entdeckt“, sagt Ambrosy.
Die Zahl der Übernachtungen stieg niedersachsenweit im Tourismusjahr 2009 um 1,9 Prozent auf 37,6 Millionen. Das war das beste Jahr seit der Expo im Jahr 2000. Damit behauptet Niedersachsen weiterhin seine Spitzenposition unter den norddeutschen Reisezielen. Der Tourismus ist inzwischen ein zentraler Wirtschaftsfaktor im Land mit 360 000 Beschäftigten und einem Bruttoumsatz von 14 Milliarden Euro.
Selbstvertrauen, so Carolin Ruh, geben die Prognosen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). „Wir lassen jeden Monat 20 000 Haushalte in Deutschland zu ihren Reiseabsichten befragen. Für 2010 haben demnach schon 5,7 Prozent der Touristen mehr als im Jahr zuvor angegeben, in Niedersachsen Urlaub machen zu wollen. Wir liegen damit um vier Prozent höher als der Bundesdurchschnitt“, freut sich Ruh.
Weltnaturerbe Wattenmeer
Niedersachsen präsentiert sich in diesem Jahr vom 10. bis 14. März 2010 mit insgesamt 20 Ausstellern auf der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin. Von Partnern wie der Autostadt GmbH, der Nordsee, Hannover bis hin zum Harz sind Niedersachsens Regionen und Leistungsträger vor Ort vertreten.
Ein Themenschwerpunkt ist das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Gemeinsam mit den Partnern der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Nordsee und der Tourismus Agentur Schleswig-Holstein werden die Besucher in der Norddeutschlandhalle mit einer Großgrafik „Willkommen im Weltnaturerbe Wattenmeer“ empfangen. Zusätzlich wird es eine große Spendenaktion der Nordsee GmbH geben, die die Einzigartigkeit des Lebensraumes unterstreichen soll.
Bilder von der ITB unter www.NWZonline.de/
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Mehr als 11 000 Aussteller auf der weltgrößten Reisemesse
Mit mehr als 11 000 Ausstellern hat am Mittwoch in Berlin die weltgrößte Reisemesse ITB begonnen. „Messen sind Brücken für Handelsbeziehungen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) beim Eröffnungsrundgang. Die Reisebranche habe ein schweres Jahr hinter sich. „Aber es geht aufwärts.“
Bis zum Sonntag werden 170 000 Besucher auf dem Messegelände in Berlin erwartet. Zunächst ist die Messe nur für das Fachpublikum zugänglich. Am kommenden Sonnabend und Sonntag öffnen die 26 Messehallen auch für Privatbesucher.
Das Tagesticket für Privatbesucher kostet wie im Vorjahr 14 Euro, im Online-Vorverkauf 12 Euro. Für Sonntag von 14 bis 18 Uhr gibt es ein Last-Minute-Ticket für acht Euro.
Schüler und Studenten bezahlen am Sonnabend und Sonntag an der Tageskasse jeweils acht Euro. Kinder bis 14 Jahre haben an diesen beiden Tagen in Begleitung von Erwachsenen freien Eintritt.
Mehr Infos unter
www.itb-berlin.de
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