HAMBURG, 25. August 2010


Gehirn der Karte entsteht in Hamburg

Personalausweis Halbleiterhersteller NXP produziert 60 000 benötigte Mikrochips


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Hightech aus Hamburg: Die Chips (kleines Bild rechts) für den neuen Ausweis produziert der Halbleiterhersteller NXP Semiconductors. BILD: NXP  Bild vergrößern

dpa

Hamburg - Beim Halbleiterhersteller NXP Semiconducors in Hamburg laufen die Vorbereitungen für den Start des neuen Personalausweises auf Hochtouren. Das bis 2006 zu Philips gehörende Unternehmen produziert die Chips für das Dokument – das Gehirn gewissermaßen.

Auf dem Chip werden die sichtbaren Daten des Personalausweises gespeichert. Außerdem ermöglicht er die Übertragung bestimmter Daten bei Online-Geschäften, etwa für die sichere Identifizierung oder für einen Altersnachweis. Bei Bedarf kann auf dem Chip auch ein Schlüssel für die elektronische Signatur erstellt werden, also für eine rechtskräftige Unterschrift im Internet.

„Das ist das sicherste Dokument, das Sie auf dem Planeten finden können“, sagt der NXP-Geschäftsführer in Deutschland, Rüdiger Stroh.

Hergestellt werden die Ausweise im Scheckkartenformat von der Bundesdruckerei in Berlin. Die Chip-Lösung von NXP kommt in Deutschland auch schon für den Reisepass zum Einsatz.

NXP hat nach eigenen Angaben bisher rund 500 Millionen SmartMX- Chips verkauft, davon 200 Millionen für das sogenannte E-Government, also für behördliche Zwecke.

Jetzt kommen innerhalb von zehn Jahren Chips für 60 Millionen Personalausweise hinzu.

„In 88 Ländern der Welt gibt es elektronische Pässe“, berichtet Stroh, „in 75 Ländern wird unsere Lösung eingesetzt.“ Die Chips werden ansonsten auch für Bankkarten und PayTV verwendet.

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Die Übertragung der Daten erfolgt kontaktlos mit Hilfe einer Technik, die als „Near Field Communication“ (NFC) bezeichnet wird. Diese Nahfeldkommunikation beschränkt sich in der Praxis auf eine Reichweite von weniger als 50 Zentimetern, wie der

Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt, Michael Herfert, erklärt.

Die Energie für die Übertragung erhält der Chip vom elektromagnetischen Feld des Lesegeräts. Den Übertragungsstandard für NFC entwickelte NXP Semiconductors 2002 zusammen mit Sony.

NFC-Chips werden meist für die Übertragung geringer Datenmengen verwendet, etwa bei Zutrittskarten für ein Gebäude. Denkbar sind auch Bezahlvorgänge mit einem Handy, das eine NFC-Schnittstelle hat. Beim Personalausweis werden Daten nur verschlüsselt über die sogenannte Luftschnittstelle übertragen. „Auch mit ganz viel Hardware ist der Schlüssel nicht zu brechen“, versichert Herfert. Daher müsse niemand befürchten, dass Daten auf dem Personalausweis ausspioniert werden könnten.






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