3-D-Fernseher stehen im Blickpunkt
Internationale Funkausstellung 50. Messe unterm Berliner Funkturm vom 3. bis 8. September
Berlin - Steigende Umsätze, ausgebuchte Hallen und jede Menge technischer Innovationen: Die Vorzeichen für die 50. Internationale Funkausstellung (IFA) stehen gut. Die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU) als Veranstalterin der Funkausstellung sieht die Branche weiter im Aufwind.
Im Mittelpunkt der Jubiläums-IFA (3. bis 8. September) steht eine weitere Fernsehneuheit: 3-D-TV. Nach dem überragenden Erfolg von dreidimensionalen Kinofilmen wie „Avatar“ will die Industrie die Technik auch schnell in die Wohnzimmer bringen. 3-D-taugliche Fernseher sind bereits im Handel, nur das Angebot an entsprechenden Filmen ist noch sehr dünn.
Technik ausprobieren
Auf der Messe wird man die Technik an vielen Ständen ausprobieren können. Dann können die Zuschauer auch entscheiden, ob sie tatsächlich bereit sind, für das 3-D-Erlebnis mit einer Spezialbrille im Wohnzimmer zu sitzen. Noch immer stehen rund 25 Millionen Röhrenfernseher in deutschen Haushalten – Grund genug, auf ein weiterhin gutes Geschäft zu hoffen. Zehn Millionen Fernsehgeräte sollen dieses Jahr abgesetzt werden.
Die deutschen Haushalte werden in diesem Jahr durchschnittlich 636 Euro für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik ausgeben, rechneten Experten vor. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass jeder zweite Euro davon in die Taschen der Hersteller von TV-Geräten fließt. In der Gunst der Konsumenten folgen auf den Fernseher Digitalkameras, Spielkonsolen und Settop-Boxen, sowie Autonavigationssysteme.
Als weitere Antriebskräfte der Branchenkonjunktur nannte der GFU-Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Hecker unter anderem die Flachbildfernseher mit hochauflösender Bildqualität (HDTV), Hybrid-TV (steht für das Verschmelzen von traditionellem Fernsehempfang und Online-Video) sowie das komplett vernetzte Heim und mobile Internet-Geräte. Dazu kommen reihenweise Tablet-PCs. Die Touch-Computer sollen, wenn es nach den Elektro-Firmen geht, das Notebook bis 2012 ablösen.
„Die IFA wächst“
Bei den Haushaltsgeräten, der sogenannten Weißen Ware, stehen Design, einfache Bedienung und sparsamer Strom- und Wasserverbrauch im Blickpunkt. Kühlschränke, Haartrockner und Waschmaschinen sind fester Bestandteil der Ausstellung. Das Marktvolumen der Elektro-Hausgeräte soll mit sieben Milliarden Euro in etwa stabil bleiben. Kleine Elektrogeräte könnten sogar um rund zwei Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro zulegen.
Doch nicht nur wegen des IFA-Jubiläums befinden die Organisatoren in Feierlaune. Nach dem Krisenjahr 2009 (weniger Aussteller und weniger Besucher) konnte man nicht nur zur Normalität zurückkehren, sondern verspürt Aufbruchstimmung. Insgesamt 1423 Aussteller, davon 1010 aus dem Ausland, sorgen für volle Ausstellungshallen.
In diesem Jahr sind 242 Unternehmen mehr vertreten als 2009. Die vermietete Fläche nahm im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 134 400 Quadratmeter zu. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin: „Die IFA ist nicht nur stabil, sondern sie wächst. Um alle Aussteller unterbringen zu können, mussten wir temporäre Hallen bauen und haben innerhalb der Hallen sämtliche Reserven genutzt.“
Rainer Hecker sieht in den zweistelligen Zuwachsraten bei Ausstellern und vermieteter Fläche „die weltweit herausragende Position der IFA“ bestätigt. Als Ordermesse sei sie der bedeutendste Treffpunkt der Branchen Konsumgüterelektronik und Elektrohausgeräte. Hecker: „Die IFA verleiht den Märkten spürbare Impulse und sorgt so für weiteres Wachstum. Entsprechend rechnen wir in diesem Jahr mit einem hohen Ordervolumen von erneut mehr als drei Milliarden Euro.“
Neue Sonderbereiche
Erwartet werden zudem ab Freitag rekordverdächtige 230 000 Besucher auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm.
Die Funkausstellung wurde in diesem Jahr um die neuen Sonderbereiche „IFA-iZone“ und „IFA-eLibrary“ ergänzt. Dort stellen mehr als 50 Firmen wie App-Entwickler, Händler, Medien und Softwarelösungsanbieter ihre Produkte vor. Der Zuspruch der überwiegend neuen Aussteller zu diesem zusätzlichen IFA-Segment bestätige einmal mehr den aktuellen Trend rund um die Welt der „i-Produkte“, sagte Göke.
Mit über 150 Veranstaltungen im Sommergarten, unzähligen Möglichkeiten, internationale Stars und Sternchen zu treffen, sowie „leckeren“ Kochshows bietet die IFA auch im Jubiläumsjahr ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm abseits der Geschäfte.
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