„180 000 Besucher bei erster Messe 1924“
Internationale Funkausstellung Hallenchef Christian Göke hält Rückblick
FRAGE: Herr Göke, welche Idee steckte 1924 dahinter, die Internationale Funkausstellung ins Leben zu rufen?
GÖKE: Deutschland ist traditionell ein Messe-Land. Wir haben bereits seit 1885 große Industrie-Ausstellungen in Deutschland. Insofern war es schon immer ein bevorzugter Kommunikationskanal. Nach dem Ersten Weltkrieg begann die Wirtschaft wieder zu wachsen, es begannen die goldenen 20er Jahre. So schien es den beiden wesentlichen Treibern – dem Deutschen Verband der Radiohersteller und dem Berliner Messe- und Ausstellungsamt in Berlin – der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein, eine große internationale Radio- und Funkausstellung zu gründen.
FRAGE: Wurde die erste Ausstellung überhaupt vom Publikum angenommen?
GÖKE: Ja, das muss man sich einmal vorstellen: Es kamen damals 180 000 Besucher. Das war ein sehr guter Start. Später gab es wegen des Zweiten Weltkriegs einen großen Rückschlag. Aber ab den 60er Jahren ging dann das stete Wachstum weiter. Heute sind wir mit Abstand die größte Ausstellung dieser Art weltweit.
FRAGE: Wenn Sie zurückschauen: Was für Premieren und technische Innovationen hat das Publikum auf der Funkausstellung erlebt?
GÖKE: Diese Frage werden unterschiedliche Generationen sicherlich unterschiedlich beantworten. Für die Älteren sicherlich die erste Radioübertragung. Später dann die Fernsehübertragung. Ich kann mich selber kaum noch daran erinnern, als 1967 das Farbfernsehen auf Sendung ging. Was bei mir haften geblieben ist, waren die Kassettenrekorder, Videorekorder. Später die Compact Disc, Flachbildschirme oder in diesem Jahr 3-D. Es wird immer weitergehen.
FRAGE: Die Zyklen der Innovationen scheinen immer kürzer zu werden. Teilen Sie den Eindruck?
GÖKE: Das ist absolut richtig. Ein guter Indikator für uns sind die Zahlen der Produkt-Premieren. Die haben stetig zugenommen. Und nicht zuletzt deshalb haben wir vor vier Jahren darauf reagiert. Für die Internationale Funkausstellung sind wir von einem zweijährigen auf einen einjährigen Rhythmus gewechselt. Und das war im Rückblick die wichtigste und wesentlichste Entscheidung, die wir bei der Messe Berlin in den vergangenen zehn Jahren getroffen haben.
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