16. Juni 2010


Obamas Trost

von Friedemann Diederichs, Büro Washington

Mit seiner vierten Reise in die Ölpest-Region und der folgenden Rede an die Nation macht US-Präsident Barack Obama auch eines deutlich: Er hat begriffen, dass dieses Desaster zur bisher wichtigsten Herausforderung seiner Präsidentschaft geworden ist. Dass 71 Prozent der Bürger mit seinem Krisen-Management unzufrieden sind, liegt vor allem an den weiter präsenten Bildern: Ölverschmierte Tiere und ein sprudelndes Leck im Meer.

Wie schwer Barack Obamas Präsidentschaft durch die Ölpest beschädigt wird, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Während sich George W. Bush vom Versagen seiner Regierung beim Hurrikan „Katrina“ politisch nicht mehr erholte, hat Obama zumindest einen Trost: Der Ölgigant BP ist für den Zorn vieler Bürger und Kongressmitglieder der perfekte Blitzableiter. Und je mehr Details über den kriminell erscheinenden Leichtsinn vor der Plattform-Explosion ans Licht kommen, umso mehr wird Obama davon profitieren, dass er sich an die Seite der Betroffenen stellt.




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