8. Februar 2012


Steuerhinterziehung: Unausgegoren

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von Gunars Reichenbachs, Büro Berlin

Pflege in Deutschland – geht’s noch billiger? Ja, meint Gesundheitsminister Daniel Bahr. Der Liberale will Wohngemeinschaften von Pflegebedürftigen fördern und dabei kräftig sparen. Motto: Alten-WG ersetzt einstige Studenten-WG. Für manche könnte es ein gleitender Übergang sein.

Gegen neue Formen des Zusammenlebens ist gewiss nichts zu sagen. Private Wohngemeinschaften Behinderter existieren schon heute. Manchmal mit viel Erfolg. Aber leider oft auch mit schlechter Qualität ohne Zuwendung für die Betroffenen – ein preiswerter Abschiebeort halt.

Dass Bahr sein Herz für Wohngemeinschaften entdeckt, hat weniger mit einem neuen Gesellschaftsbild als mit Rotstiftpolitik zu tun. 200 Euro pro Monat pro Pflegebedürftigen will der Minister spendieren. Das ist nicht viel Geld für qualifizierte geschulte Kräfte und den notwendigen Stundenaufwand. Der Liberale vermeidet es, sich auf Standards festzulegen. So kann Bahrs Vorstoß allenfalls ein erster Ansatz sein. Vieles wirkt schlicht unausgegoren.

@ Den Autor erreichen Sie unter reichenbachs@infoautor.de

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