Volk hat ein gesundes Rechtsbewusstsein
Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina machten in diesen Tagen einen Kurzurlaub im Thüringer Wald. BILD: ddp 
Berichte zu den Vorwürfen gegen Bundespräsident Christian Wulff
(...) Es ist unglaublich, was sich abspielt. Im Grunde wollen alle, dass Wulff verschwindet. Das Volk hat ein sehr gesundes Rechtsbewusstsein und ein sehr gutes Gefühl für Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Wenn viele trotzdem dafür sind, dass Herr Wulff bleibt, ist das sicher eine Rechenaufgabe, weil er alle Bezüge als „Abgedankter“ behält. Auch das macht die Allgemeinheit wütend. Kein normaler Arbeitnehmer kommt nach Entlassung oder eigener Kündigung in den Genuss des vollen Gehaltes. (...) Ich hoffe sehr, dass die Taktik von Wulff, auf das Vergessen der Bevölkerung zu hoffen, nicht aufgeht. (...)
Jutta Quabbe, Nordenhamc
Es ist noch nicht solange her, da wurde ein Politiker von der Opposition und sogar von seinen eigenen Parteifreunden zum Rücktritt aufgefordert. Teilweise zwar hinter vorgehaltener Hand. Auch ein Herr Wulff hat sich daran beteiligt. Es ist die Rede von Karl-Theodor zu Guttenberg. Er wurde zum Rücktritt von seinem Posten als Verteidigungsminister mehr oder weniger gezwungen. Dieses „nur“, weil er über seine Doktorarbeit nicht (vorsichtig ausgedrückt) die Wahrheit gesagt hatte. Hier wurde sofort, von allen, auf ihn „eingeprügelt“. Er wurde sogar als „Betrüger“ hingestellt.
Mich wundert es nun im Fall von unserem „Präsidenten der Lügen“, Herrn Wulff, wieso die anderen Politiker sich fast alle in Schweigen hüllen. Was ist da los? Will man bewusst nichts sagen? Dieses lässt fast die Vermutung zu, dass sie alle Angst haben. Was käme dort ans Tageslicht? Würde dann eventuell rauskommen, dass die so genannte „Politiker-Elite“ nur ein Sumpf aus „Bestechung und Korruption“ ist? (...)
Joachim Käppel, Bad Zwischenahn
Warum diese Hetze in den Medien? Ein möglicher Grund wären Wulffs Klartext-Reden in jüngster Vergangenheit, z. B. hielt Wulff eine flammende Rede zur Eröffnung der 4. Tagung der Wirtschaftsnobelpreisträger in Lindau: „Wir haben weder die Ursache der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig: Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt?“ So etwas mag unsere Bundeskanzlerin nicht gerne hören, also wird sie ihren beiden Freundinnen Frau Burda und Frau Springer dementsprechende „Anweisungen“ gegeben haben, wie sie mit dieser Affäre umzugehen haben.
Uwe Hinrichs, Butjadingen-Burhave
Es ist doch bewundernswert, in welch kurzer Zeit diese Menge an Details über bzw. auch eventuell gegen den Bundespräsidenten aufgedeckt wird.
Nur, wäre dies nicht nach der Anfrage der Grünen im Niedersächsischen Landtag an den Ministerpräsidenten im „Februar 2010“, also vier Monate vor der Wahl zum Bundespräsidenten am „30. Juni 2010“, schon möglich gewesen? Ich denke, Herr Wulff wäre wohl erst gar nicht gewählt worden, und somit auch das Amt des Bundespräsidenten jetzt nicht beschädigt worden.
Sollte der damalige Termin drei Jahre vor der nächsten Wahl in Niedersachsen etwa nicht in die Wahlperiode gepasst haben? In der Tat passt es jetzt strategisch sehr viel besser in die Zeit des langsam beginnenden Landtagswahlkampfs! Wer im Land kannte schon Herrn Wenzel vorher so richtig, und auch die SPD dümpelte mit eigenen Problemen beschäftigt vor sich dahin. (...) Ich denke, es ging und geht hier primär wohl weniger um Herrn Wulff, sondern mehr um eine gezielte Kampagne, weil die politischen Dinge im Land wohl gut geordnet scheinen. (...)
Dirk Henze, Bad Zwischenahn
Nachgerade wird Christian Wulffs Verhalten in der Öffentlichkeit unerträglich und peinlich, man fragt sich, wie ein ausgewiesener Akademiker derart außer Kontrolle geraten kann, dass er jegliches Maß für Selbstachtung, aber auch für seinen vom Amtseid geforderten Respekt vor Volk und Vaterland rücksichtslos in ureigenem Interesse hintan stellt? Pressestimmen wie „Wulff hat seine Satisfaktionsfähigkeit verloren“, oder „Die Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit des Bundespräsidenten erstaunen immer aufs Neue“ sind doch ein untrügliches Indiz dafür, dass der Mann fehl am Platze ist; der Auftritt Wulffs schließlich neben Marcel Reich-Ranicki (...) kann nicht über die anfänglichen und aktuell seit Wochen auflaufenden Fehlleistungen des früheren Minister- und heutigen Bundespräsidenten hinwegtäuschen!
Die in den Bundesrat und/oder in den Bundestag gewählten Volksvertreter wären gut beraten, wenn sie diesen seinem Amt nicht gerecht werdenden Präsidenten vor dem Bundesverfassungsgericht der vorsätzlichen Verletzung des Grundgesetzes (...) anklagten und so aus dem Amt entfernten – ein Versuch hätte zumindest Signalwirkung! Die Meinungen, wonach „nur Herr Wulff selbst bestimmen kann, ob er sein Amt aufgibt oder nicht“, sind m. E. vorgeschoben.
Ernst Georg Lühring, Huntlosen
Um die Wulff-Debatte entscheidend abzukürzen, schlage ich Folgendes vor: Anstelle des Bundespräsidenten wird hinfort im Bellevue ein Plüsch-Affe mit eingebauter Phrasen-CD platziert und auf den Namen Chris-Heinrich getauft. Diese Maßnahme würde sich zudem positiv auf den Bundesetat auswirken.
Wolfgang Weber, Varel
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