„Hinterlistiger“ Feldversuch mit neuen Riesenlastern
„Nachbarn versperren Riesenlastern Weg“, Wirtschaft, 28. Januar
Der Lobby-Minister Ramsauer hat den Riesenlaster-„Feldversuch“ am Bundesrat vorbei per „Sonderverordnung“ auf den Weg gebracht, weil er wusste, dass 77 Prozent der Bürger diese bedrohlichen Monster ablehnen. Deutschland ist ein stark beanspruchtes Transitland (...). Insofern ist der Vergleich mit den Niederlanden untauglich.
1. Die Lang-Laster sind gefährlich. Sie fahren auch auf Kreis- und Landstraßen, behindern die Sicht, verlängern Überholvorgänge und eigene Bremswege. Schon heute verursacht ein Lkw jeden fünften Verkehrsunfall (...).
2. Gigaliner sind teuer. Brücken, Tunnel, Verkehrskreisel und Bahnübergänge müssen nachgerüstet werden. Auch die Anzahl der Autobahn-Parkplätze reicht nicht (...).
Jahrelang wurde durch Lobbyisten-Einfluss die Förderung eines effizienten Schienennetzes einschließlich intelligentem Zubringersystem bewusst vernachlässigt.
3. Riesenlaster sind umweltschädlich; der CO-Ausstoß beim Lkw-Transport pro Tonnen/km liegt fünfmal höher als beim Schienenverkehr bei gleicher Leistung. Das maximale Gewicht bei „normalen“ Lkw-Transporten ist auf 40 Tonnen begrenzt, was häufig überschritten wird. Wenn folglich die Kapazität des Riesenlasters 60 Tonnen beträgt, angeblich aber nur mit 44 Tonnen fahren soll, sind auch hier weitere Verstöße, später sogar Gesetzesänderungen zu befürchten. Offensichtlich dient der „Feldversuch“ nur dazu, um hinterlistig unter Missachtung demokratischer Grundsätze ans Ziel zu gelangen.
Henning Dornheim, Dissen
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