Ärger über Eislaufverbot in Bornhorst
„Stadt verbietet Eislaufen in Bornhorst“ (NWZ vom 1. Februar)
Wäre nicht Februar-Beginn, dürften wir es wohl für einen Aprilscherz halten. Die Polizei soll nach Eisläufern auf den Bornhorster Wiesen fahnden und Bußgeld von mindestens 50 Euro verhängen! Wegen Aufweckens von Lurchen und Verscheuchens von Zugvögeln!
Die Kältestarre der Amphibien ist ein natürliches Koma, aus dem sie erst erwachen werden, wenn es wieder warm wird; das Gleiten der Eisläufer für gerade mal ein paar Stunden ist ein Wiegenlied, verglichen mit dem Ächzen, Knacken und Bersten des Eises auf natürlichen Gewässern. Der Zwischenahner Wels wäre längst ertrunken, wenn davon eine Gefährdung ausginge.
(...) Wer einmal anderswo beobachtet hat, wie ein wirklicher Schwarm von Hunderten von Gänsen ohne erkennbaren Grund brausend sich in den Winterhimmel erhebt, um nach einem geraumen Weilchen mit dem Lärm einer Großstadt ein Stückchen weiter wieder zu landen, schüttelt den Kopf über den Eifer eines Nabu-Aktivisten, der in Bornhorst um den Verlust dringend benötigter Fettreserven bangt. Ein einziger Fuchs verbreitet dort mehr Schrecken als alle Schlittschuhläufer zusammen. (...)
Wenn die Polizei da wirklich Streife laufen wollte (Wie denn? Auf Schlittschuhen über die naturgeschützte Eisfläche? In wilder Verfolgungsjagd?), dann müsste sie wohl Überschuss an Personal und Mangel an Aufgaben haben. Oldenburgs Polizeibeamte haben es nicht verdient, sich für solchen Unfug lächerlich machen zu sollen. (...)
Ralf Beiderwieden, Oldenburg
Die Stadt Oldenburg würgt eine alte, norddeutsche Sportart, das Eislaufen im Winter, ab. Die Bornhorster Wiesen, seit Jahrhunderten Eisgebiet, werden gesperrt. Mit welchem Recht eigentlich? (...)
Naturschutzrecht oder Vogelschutzrecht kann es wohl nicht sein, denn in den Niederlanden lacht man sich kaputt über die Oldenburger und veranstaltet seit über 100 Jahren die „Elfstedentocht“ – ein 200-Kilometer-Eislanglauf-Amateur-Rennen mit 17 000 Teilnehmern in Westfriesland. Und in Bremen hat am selben Tag, an dem Oldenburg seine natürliche, traditionelle Eislauffläche „verbietet“, der Bremer Eislaufverein im Osten der Stadt eine große Wiese zur allgemeinen wintersportlichen Nutzung freigegeben. Und das mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Vögel niemals auf Eisflächen rasten, sondern sich im kalten Winter nur die offenen Wasserflächen aussuchen.
Aber die „Übermorgenstadt Oldenburg“ meint wohl, dass sie auf ein so altes, regionales, heimatliches Wintervergnügen wie das Eislaufen für die Bevölkerung verzichten kann. Jetzt frage ich mich, wann wohl die Stadt Oldenburg den Gebrauch der plattdeutschen Sprache innerhalb der Stadtgrenzen verbieten wird – mit der Begründung, dass durch zwei Sprachen, Platt und Hoch, in Oldenburg die globalen Netzwerke, zum Beispiel nach China hin, nur gestört werden könnten.
Erhard Brüchert, Ofen
(...) Fast alle Jahre wieder die gleich Frage: Eiszeit – Schlittschuhzeit – aber wo bestehen in Oldenburg (eine Stadt von 160 000 Einwohnern) die Möglichkeiten, diese Sportart zu betreiben, wenn auch die kleineren Teiche tabu sind? Ich staune über diesen Artikel, denn nicht nur der Zeigefinger wird hier erhoben, auch ein Ordnungsgeld von mindestens 50 € wird verlangt!
Eine Widersinnigkeit – denn die Autobahn führt doch durch das Naturschutzgebiet. Vorschlag für die oft kurze, nicht alle Jahre wiederkehrende Schlittschuhzeit – eine Seite des Deiches für den Naturschutz, die andere Seite für die Eisläufer.
Sollen Kinder nur noch vor dem Computer oder Fernseher sitzen und nicht mal Freude an dieser alten Sportart erleben? Wir Älteren erinnern uns, dass wir früher auf den Kufen stundenlang kilometerweit auf diesen Wiesen liefen. Waren das noch Zeiten, den Vögeln und auch den Amphibien hat es nicht geschadet.
Übrigens: Schlittschuhlaufen mit Musik und heißen Getränken am Dobbenteich! Da sehnt man sich doch zurück zu der (guten) alten Zeit – vorbildhaft – beneidenswert.
Geesche Kischel, Oldenburg
Es war sicher nicht falsch, die Bornhorster Huntewiesen unter Schutz zu stellen. Nur darf sich dieser Naturschutz nicht gegen den Menschen richten! Sobald die überschwemmten Flächen vereist sind, ist kaum noch ein Wasservogel zu erblicken. Was spricht dann gegen das Schlittschuhlaufen? Ich weiß, wovon ich rede, denn ich war jahrelang Jäger im (...) Vehnemoor. (...) Sobald die sogenannten Polder aber zugefroren waren, war keiner dieser Vögel mehr zu sehen.
Übrigens sind die Verbotsschilder ein Witz. Sie warnen lediglich vor einer möglichen Einbruchsgefahr, von Naturschutz kein Wort.
Adolf Bruns, Wardenburg-Südmoslesfehn
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