FDP-Grundsatzprogramm: Renovierung
Patina kann edel wirken. Muss nicht. Dass die Liberalen jetzt entdecken, wie renovierungsbedürftig das Grundsatzprogramm von 1997 doch geworden ist, spricht nicht dafür, dass die FDP moderne Leitlinien sonderlich vermisst hätte. Natürlich richtet sich praktische politische Arbeit nur selten an den hehren Grundsatzwerten einer Partei aus. Doch die Debatte um eine neue Orientierung kann durchaus auch einen Schub geben. Die Freiburger Thesen waren nicht nur eines der üblichen FDP-Programme, sondern ein Manifest, eine Kampfansage an die selbstzufriedene Behäbigkeit einer bürgerlichen Wirtschafts- und Honoratiorenpartei, eine Unabhängigkeitserklärung, wie der Alt-Liberale Burkhard Hirsch zu Recht anmerkt.
Ob dem FDP-Führungsduo Rösler/Döring diesmal ein ähnlicher Wurf gelingt? Rund 5000 Interessierte sollen laut FDP-Generalsekretär an dem Entwurf im Internet mitdiskutiert haben. Es wäre ein erstes Lebenszeichen, dass die Mitglieder nicht in Depression verharren wollen.
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