4. Mai 2011


Geld fließt nur für wichtige Schiffswege

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Torsten Staffeldt BILD: dpa  Bild vergrößern

Der Bremer FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Staffeldt (48) ist Experte für Wasserwege und Häfen.

von Gunars Reichenbachs

FRAGE: Herr Staffeldt, der Bundesverkehrsminister will Investitionen in Wasserstraßen künftig auf viel befahrene Routen konzentrieren. Wie bewerten Sie seine Pläne?
STAFFELDT: Überraschend sind diese Pläne nicht. Es ändert sich praktisch nichts. Die Einstufung der Wasserstraßen ist geblieben. Die Behörde konzentriert Mittel und Personal auf die Wasserwege, die für den Güterverkehr per Schiff eine hohe Relevanz haben. Dahinter rangieren Randnetz- oder auch Restwasserstraßen, die wenig oder gar nicht mehr gepflegt werden.

FRAGE: Also, im Nordwesten nichts Neues?
STAFFELDT: Die Ämter Borkum und Emden werden zur Schifffahrtsdirektion Nordwest zusammengefasst. Ob die geplante Vergabe von Aufgaben an Dritte noch zu Änderungen bei der Direktion Nordwest führen wird, muss sich zeigen. Doch das ist im Zeitplan erst später vorgesehen.

FRAGE: Man überlässt die bestehenden Wasser- und Schifffahrtswege im Nordwesten ihrem Schicksal?
STAFFELDT: Nein, ganz bestimmt nicht. Die meisten Wasserwege im Nordwesten sind wie bisher entweder im Vorrang- oder Hauptnetz. Die Wertigkeit der großen Wasserstraßen wie beispielsweise Ems oder Mittellandkanal bleiben weitestgehend erhalten. Es geht um kleinere Wasserstraßen wie die Aller, die für die Güterschifffahrt keine große Relevanz besitzt. An diesem Punkt schließt sich aber auch meine Kritik an. Die Bundesregierung bezieht sich ausschließlich auf den Punkt Güterverkehr. Eigentlich hätte man Punkte wie Sportschifffahrt auch berücksichtigen müssen. Außerdem findet eine Einteilung nach Tonnen-Kilometer und nicht nach Wertigkeit der Güter statt. Das schafft in vielen Bereichen wie der Elbe Probleme. Und: Die erstellten Prognosen sind für mich nicht nachvollziehbar.

FRAGE: Was ist die Botschaft für die Freizeit-Kapitäne?
STAFFELDT: Dass es alles praktisch so bleibt, wie es ist. Jedoch wird es nicht immer die Service-Intensität geben, die jetzt vorhanden ist. Aber der Bund als Eigentümer der Wasserstraßen ist verpflichtet, nicht alles verkommen zu lassen, weil er sein Eigentum schützen und seine Werte erhalten muss. Auf gering frequentierten Wasserstraßen, die von Sportbooten oder Anglern genutzt werden, wird es weniger Instandhaltung geben als jetzt – aber nicht so, dass die Sportboot-Schifffahrt nicht mehr stattfinden kann.

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