Die FDP muss für tägliche Nöte ansprechbar sein
von Christoph Kiefer
FRAGE: Die FDP Niedersachsen hat am Sonntag einen neuen Vorsitzenden gewählt. Was kann die Partei von Stefan Birkner erwarten?
RATJEN-DAMERAU: Stefan Birkner ist ein sehr offener, zugänglicher Mensch. Er hat eine große Kompetenz, auf Bürger einzugehen. Das ist es, was die Partei jetzt braucht: ein wenig Wärme, Aufgefangenwerden.
FRAGE: Fehlte das seinem Vorgänger?
RATJEN-DAMERAU: Ich will nicht darüber reden, was anderen fehlt. Wichtig ist, dass wir mit Stefan Birkner jemanden haben, der sich auf die Basis einlassen kann.
FRAGE: Sie selbst haben das Amt der Generalsekretärin der FDP-Niedersachsen abgegeben. Warum?
RATJEN-DAMERAU: Weil ich als Bundestagsabgeordnete und wegen meiner Verpflichtungen in Berlin nicht greifbar genug bin für diese Aufgabe in Niedersachsen. Seit zwei Monaten bin ich entwicklungspolitische Sprecherin meiner Fraktion. Damit sind viele Auslandsreisen verbunden. Ich bin froh, dass ich das Amt der Generalsekretärin für den FDP-Landesverband abgeben konnte.
FRAGE: Es heißt, die Partei sei unzufrieden gewesen mit Ihrer Arbeit.
RATJEN-DAMERAU: Es ist in unserer Partei nicht unüblich, dass alle Schuld haben, wenn Wahlen schlecht laufen. Mit dieser Kritik muss man immer leben. Ich selbst habe sehr viel Rückmeldungen bekommen von Menschen, die mein Ausscheiden bedauern.
FRAGE: Was haben Sie als Generalsekretärin erreicht?
RATJEN-DAMERAU: Ich bin nicht zufällig in dieses Amt gekommen. Es geht darum, die Lebenswirklichkeit der Menschen auch an der Parteispitze abzubilden. So waren bislang zwei Frauen in Führungsämtern.
FRAGE: Was muss die FDP ändern, wenn sie wieder mehr Vertrauen bei den Wählern gewinnen will?
RATJEN-DAMERAU: Ich will meiner Partei keine Ratschläge geben. Das steht mir in meiner Lage nicht zu. Ganz grundsätzlich muss die FDP lernen, mehr auf die Lebenswirklichkeit der Menschen einzugehen. Sie muss ansprechbar sein für die täglichen Sorgen und Probleme der Menschen.
FRAGE: Können Sie ein Beispiel nennen?
RATHEN-DAMERAU: Es geht um Fragen wie Schulpolitik, um soziale Betreuungsangebote, Straßen und andere Fragen aus unserem Land. Die Menschen verstehen uns vielfach nicht. Bestes Beispiel ist die Diskussion um den Euro-Rettungsschirm.



