A 1: Asphalt bröselt einfach weg
VERKEHR Firmen haben keine Erklärung für „Phänomen“
Bremen - Schwere Unfälle, kilometerlange Staus und genervte Autofahrer: Die Autobahn 1 als wichtigste Verkehrsschlagader zwischen Bremen und Hamburg schafft immer neue Negativ-Schlagzeilen. Zu den Dauerbaustellen beim sechsspurigen Ausbau der Autobahn kommen jetzt auch noch zahlreiche Löcher im Asphalt. Und wie bei den Pfusch-Vorwürfen beim U-Bahn-Bau in Köln und Düsseldorf taucht auch dort der Name eines Mannheimer Baukonzerns auf: Bilfinger Berger.
„Der oberste Belag bröselt einfach weg“, beschreibt Heiko Gerken von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden das Problem. „Die Fahrbahndecke löst sich vier Zentimeter tief auf.“ Zweieinhalb Monate nach der Freigabe wird ein Teilstück zwischen Bremer Kreuz und Oyten damit schon wieder zum Sanierungsfall. Umfang der Schäden, Kosten und Dauer der Reparatur sind bisher nicht abzusehen, heißt es bei den Behörden.
Das Desaster wirft einen Schatten auf das bisher größte Gemeinschaftsprojekt von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft (Public Private Partnership) in der Bundesrepublik: Das Konsortium „A 1-mobil“ finanziert den Ausbau der 73 Kilometer langen Strecke sowie deren Betrieb und Erhaltung.
Wesentlich beteiligt sind der internationale Baukonzern Bilfinger Berger (Mannheim) und die Bunte-Gruppe (Papenburg). In einer Stellungnahme des Konsortiums ist von einem „Phänomen“ die Rede, das „in dieser Form bisher noch nicht beobachtet worden ist“. Nach Medienberichten soll im April ein Gutachten vorgelegt werden. Nach der Untersuchung wollen die Firmen die bröselnde Deckschicht im Frühherbst austauschen. Die Bauzeit verlängere sich dadurch nicht.
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