BERLIN, 11. März 2010


Bald Amtshilfe aus Liechtenstein

FINANZEN Steuerstreit mit Fürstentum beendet – Neues Abkommen vereinbart


DER BUNDESTAG MUSS NOCH GRÜNES LICHT GEBEN. DIE REGIERUNG IN VADUZ BEGRÜßTE DEN BESCHLUSS.

Berlin - Zwei Jahre nach der Liechtenstein-Affäre hat die Bundesregierung ein neues Steuerabkommen mit dem Fürstentum auf den Weg gebracht. Auf der Jagd nach Steuerbetrügern können deutsche Finanzbehörden und Staatsanwälte künftig Amtshilfe von ihren Liechtensteiner Kollegen anfordern. Das Abkommen war bereits im September 2009 von beiden Ländern unterzeichnet worden.

Jetzt muss noch der Bundestag grünes Licht geben. Die Verhandlungen mit der Schweiz über ein Steuerabkommen laufen dagegen noch. Bund und Länder hatten zuletzt für 2,5 Millionen Euro gestohlene Daten über deutsche Anleger mit Konten in der Schweiz gekauft. Es folgte eine bundesweite Welle an Selbstanzeigen.

Im Frühjahr 2008 waren viele deutsche Steuerhinterzieher, darunter Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel, aufgeflogen. Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND kaufte einem Ex-Mitarbeiter der Liechtensteiner LGT-Bank gestohlene Daten-CDs für etwa fünf Millionen Euro ab.

Inzwischen steht Liechtenstein als Steueroase weltweit nicht mehr am Pranger. Das Land erkannte im Frühjahr 2009 die Regeln der internationalen Wirtschaftsorganisation OECD zur Amtshilfe bei Steuerhinterziehung an. Die Regierung in Vaduz begrüßte am Mittwoch den Beschluss der Bundesregierung. „Das ist ein sehr wichtiger erster Schritt und trägt entscheidend zu einer Normalisierung unserer Beziehungen bei“, sagte ein Regierungssprecher.

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Liechtenstein bietet Berlin nun Verhandlungen an, damit in Zukunft deutsche Steuerzahler überhaupt kein unversteuertes Geld mehr bei Vaduzer Banken anlegen.


 



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