KABUL, 3. April 2010


Taliban töten 3 deutsche Soldaten

afghanistan Angriff nahe Kundus – Schwerstes Gefecht seit Beginn des Einsatzes der Bundeswehr


Die Deutschen waren mit einheimischen Soldaten und Angehörigen der internationalen Schutztruppe im Einsatz. Sie befanden sich beim Minensuchen.

von Norbert Wahnund unseren Agenturen

Kabul - Bei einem der schwersten Gefechte zwischen Aufständischen und der Bundeswehr in Afghanistan sind am Freitag drei deutsche Soldaten getötet worden. Fünf weitere Soldaten wurden in den stundenlangen Kämpfen mit radikal-islamischen Taliban im Unruhedistrikt Char Darah nahe des deutschen Feldlagers Kundus schwer verletzt. Damit erhöht sich die Zahl der in Afghanistan seit Beginn des Einsatzes Anfang 2002 gestorbenen deutschen Soldaten auf 39.

Die deutschen Soldaten befanden sich beim Minensuchen, als sie von mehreren Dutzend Kämpfern in der Nähe von Kundus attackiert wurden. Die Bundeswehr war mit afghanischen Soldaten und weiteren Angehörigen der internationalen Schutztruppe im Einsatz.

Drei deutsche Soldaten wurden erschossen. Als ein gepanzertes Bundeswehrfahrzeug, wahrscheinlich vom Typ Dingo, ausweichen wollte, fuhr es auf eine Sprengfalle. Dadurch wurden weitere Soldaten verletzt. Die Toten und Verletzten wurden geborgen und mit Helikoptern ins Camp gebracht.

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD) aus Bunde, zeigte sich erschüttert angesichts der Vorkommnisse im Norden Afghanistans. „Man muss immer wieder darauf hinweisen, mit welchen Risiken dieser Einsatz verbunden ist. Beim Schutz für unsere Soldaten darf nicht gespart werden. Auch ist eine optimale Ausbildung wichtig“, sagte Robbe gegenüber der NWZ . Die neue Struktur und Strategie der Bundeswehr bereiteten ihm Sorge. „Die Soldaten gehen noch mehr raus in die Fläche. Die Taliban sind auf die Veränderungen eingestellt“, betonte Robbe.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte in einer ersten Reaktion, er sei in Gedanken und Gebeten bei den Soldaten und deren Familien. Er unterbrach seinen Osterurlaub.

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