Schwarz/Gelb droht Abwahl
Nordrhein-Westfalen Ministerpräsident Rüttgers tritt gegen Hannelore Kraft an
ddp
Düsseldorf - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bangt um seine Wiederwahl am Sonntag. „Diese Landtagswahl steht auf Messers Schneide. Die politische Lage hat sich erheblich verändert“, sagte Rüttgers am Freitag beim offiziellen Wahlkampfabschluss der NRW-CDU in Düsseldorf. Er führte den Stimmungsumschwung in den Wählerumfragen vor allem auf die Griechenland-Krise zurück. Er verstehe die Sorgen der Bürger, für so viele Milliarden zu bürgen, sagte Rüttgers.
Mit einem Auftritt in ihrer Heimatstadt Mülheim/Ruhr hat SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft am Freitag ihren Landtagswahlkampf abgeschlossen. „Hier kenne ich fast jeden, hier schöpfe ich meine Kraft“, rief sie vor mehreren hundert Anhängern. „Wir werden es denen zeigen, wir werden gewinnen.“
Am Sonntag sind rund 13,3 Millionen Bürger im bevölkerungsreichsten Bundesland aufgerufen, für die nächsten fünf Jahre einen neuen Landtag zu wählen.
Spitzenpolitiker der Linken zeigten sich am Freitagabend in Köln vom Einzug ihrer Partei in den neuen Landtag überzeugt. „An uns wird die Bildung einer anderen Landesregierung nicht scheitern“, sagte Fraktionschef Gregor Gysi.
An diesem Sonnabend wird es weitere Wahlkampfveranstaltungen geben. Bei der FDP-Veranstaltung in Düsseldorf sprechen FDP-Bundeschef Guido Westerwelle und der Landesvorsitzende der Liberalen, Andreas Pinkwart. Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann und Bundeschefin Claudia Roth reden in Münster.
Derzeit haben weder Rot/Grün noch Schwarz/Gelb in den Umfragen eine Mehrheit. Die Linkspartei liegt in allen Umfragen stabil bei mindestens fünf Prozent. Nach Angaben von Meinungsforschern könnte die umstrittene Griechenland-Hilfe die Wahl stark beeinflussen.
Laut der letzten Forsa-Umfrage vom Donnerstag liegen CDU und SPD in NRW gleichauf bei 37 Prozent. Die Grünen sind in allen Umfragen dritte Kraft mit einem zweistelligen Ergebnis.
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