ZETEL, 19. Mai 2010


Glatteis: Gemeinde muss zahlen

Urteil OLG Oldenburg gibt Klägerin aus Zetel in Teilen recht


von Sven Mertinkat

Zetel - Kommunen müssen bei Stürzen auf vereisten Straßen Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen – jedenfalls teilweise. Das entschied das Oberlandesgericht Oldenburg in einem Urteil.

Geklagt hatte eine Radfahrerin aus der Gemeinde Zetel, weil sie auf vereister Fahrbahn gestürzt und sich den Ellbogen gebrochen hatte. Das Gericht gab der Klägerin teilweise recht und stellte dabei fest, dass sie eine Mitschuld treffe, da sie das Glatteis erkannt habe und deshalb vorsichtiger hätte fahren müssen.

Die Klägerin war im Dezember 2008 um 7.20 Uhr an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt mit dem Fahrrad gestürzt, als sie ihren Sohn zur Schule begleitet hatte. Das Sturz-Opfer hatte die Gemeinde daher auf Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt. Diese berief sich auf ihre Satzung und vertrat die Auffassung, erst ab 7.30 Uhr zum Streuen verpflichtet gewesen zu sein. Außerdem bestehe eine Streupflicht nur für Radwege an „gefährlichen Stellen“, was in diesem Fall nicht gegeben gewesen sei.

Der 6. Senat entschied, dass auf Radwegen zwar keine generelle Streupflicht bestehe, besagter Verkehrsknotenpunkt aber als wichtige bzw. gefährliche Fahrbahnstelle einzustufen sei und Streupflicht bereits vor 7.30 Uhr bestehe. Die Gemeindesatzung entbinde nicht von der Verkehrssicherungspflicht. Da Schulbeginn in der Gemeinde um 7.30 Uhr sei und ortsansässige Discounter schon um 7 Uhr geöffnet hätten, müsse auch bereits früher gestreut werden. Gleichwohl habe die Klägerin die Pflicht zur gesteigerten Aufmerksamkeit, da die Glätte erkennbar gewesen sei (Az.: 6 U 30/10).

ANZEIGE




 

Leserkommentare (0)



WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Wilhelmshaven: Jade-Port immer teurer

23.02.2012 - Der Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven wird immer teurer. Die Realisierungsgesellschaft des Tiefwasserhafens rechnet mit Kosten von rund 15 Millionen Euro für die Reparatur von Schäden beim Bau der Kaje.mehr

Protest in Afghanistan eskaliert

23.02.2012 - Trotz einer Entschuldigung der US-Regierung hat die unbedachte Koranverbrennung durch Soldaten in Afghanistan schwere Ausschreitungen mit zahlreichen Toten ausgelöst. Am zweiten Tag der Proteste kamen nach Angaben des Innenministeriums bei Zusammenstößen in der Hauptstadt Kabul und in drei weiteren Provinzen mindestens sieben Demonstranten ums Leben, 30 Menschen wurden verletzt.mehr

Bei Wahlkreiszuschnitt Minderjährige mitzählen

23.02.2012 - Beim Zuschnitt von Wahlkreisen muss künftig der Anteil der Minderjährigen genauer berechnet werden. Da Minderjährige in die Bemessung der Wahlkreise einfließen, selbst aber nicht wählen dürfen, könne es zu Verfälschungen kommen, entschied das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch in Karlsruhe.mehr

„Gauck könnte Amt wieder aufwerten“

23.02.2012 - Der Gauck-Biograf Norbert Robers (Münster) ist überzeugt, der designierte Bundespräsident könne die Kluft zwischen Politik und Bürgern verringern. Mit Joachim Gauck, zu DDR-Zeiten Pastor und später Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, könne das Amt „wieder an Wert gewinnen“, sagte Robers der NWZ.mehr

„Gauck könnte Amt aufwerten“

23.02.2012 - Der Gauck-Biograf Norbert Robers (Münster) glaubt, durch einen Bundespräsidenten Joachim Gauck könne das Amt „wieder an Wert gewinnen“. Das sagte Robers der NWZ .
mehr

Anzeige
Umfrage

Ist Joachim Gauck der richtige Nachfolger im Amt des Bundespräsidenten?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
11 °C
9 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat