HANNOVER, 6. August 2010


Chance für private Wettanbieter

Glücksspiel FDP will Sportwetten-Markt liberalisieren – Dürr erhofft sich Millionen-Einnahmen


Der Staatsvertrag der Länder wird neu verhandelt. Die Lotterien fürchten um ihr Monopol.

von Marco Seng

Hannover - Die Chancen für private Wettanbieter in Deutschland steigen. Die FDP in Niedersachsen will den Glücksspielstaatsvertrag liberalisieren und private Sportwetten zulassen. Aus CDU und SPD gibt es Widerstand. Auch die staatlichen Lotterien und der Sport haben Zweifel.

Der FDP-Fraktionschef im Landtag, Christian Dürr (Ganderkesee), rechnet mit Mehreinnahmen von mindestens 70 Millionen Euro für das Land durch die Lizenzierung von bisher illegalen Sportwettenanbietern im Internet. „Sie sollen legale Anbieter werden, aber dann eben auch in Deutschland ordentlich ihre Steuern zahlen“, sagte Dürr der NWZ. Der derzeitige Glücksspielstaatsvertrag habe die Einnahmesituation des Staates verschlechtert und sei auch bei der Suchtprävention nicht erfolgreich gewesen.

Beim Koalitionspartner CDU gibt es Zweifel, dass sich in den Bundesländern eine Mehrheit für die Liberalisierung findet. Bisher ist nur Schleswig-Holstein dafür. SPD-Parteivize Johanne Modder (Bunde) lehnt eine Privatisierung ab. „Die Suchtprävention droht auf der Strecke zu bleiben.“

Die staatlichen Lottogesellschaften fürchten um ihr Monopol, wenn Sportwetten privatisiert werden. Ähnlich sieht es der Landessportbund (LSB). „Ich habe erhebliche Bedenken“, sagte LSB-Direktor Reinhard Rawe der NWZ. Der Sport in Niedersachsen erhält jährlich rund 30 Millionen Euro aus Lottomitteln.

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