Urlauber fliehen aus Tunesien
Unruhen Präsident Ben Ali außer Landes – 80 Tote
Tunis - Nach blutigen Massenprotesten ist der tunesische Präsident Zine el Abidine Ben Ali überraschend zurückgetreten und hat das Land verlassen. Das teilte Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi am Freitag im Staatsfernsehen mit.
In Tunesien wurde der Ausnahmezustand verhängt, der Luftraum wurde geschlossen. Das Militär riegelte den Flughafen der Hauptstadt Tunis ab. Nach Informationen des französischen TV-Senders BFM soll Präsident Ben Ali bereits unterwegs nach Paris sein, während sich seine Frau in Dubai aufhalte.
Die für Freitag geplante vorzeitige Heimkehr eines großen Teils der rund 2000 Tunesien-Urlauber des Reiseveranstalters Thomas Cook verzögerte sich erheblich. In tunesischen Urlauber-Hotels blieb es zunächst ruhig. Am Abend befanden sich dann doch erste deutsche Touristen auf dem Weg in die Heimat. Eine Maschine der Air Djerba mit 100 Gästen an Bord konnte mit Ziel Düsseldorf starten.
Die deutschen Reiseveranstalter werden an diesem Wochenende keine Urlauber nach Tunesien fliegen. Das erklärte Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV), in Berlin. Es werde alles versucht, um die betroffenen Reisenden zu informieren. Nach Angaben des DRV halten sich 6000 bis 8000 Gäste deutscher Reiseveranstalter in Tunesien auf.
In der Hauptstadt Tunis hatten zuvor mehr als zehntausend Menschen den Rücktritt des 74 Jahre alten Präsidenten gefordert. Bisher sollen rund 80 Menschen bei den Unruhen gestorben sein. Ben Ali hatte noch am Donnerstagabend für 2014 das Ende seiner jetzt 23-jährigen Präsidentschaft in Aussicht gestellt.
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