Ostfriesenwitze im Radio – Anzeige wegen Volksverhetzung
Hörfunk Mann fühlt sich diffamiert – Politiker ohne Verständnis
Hannover - Weil ihm die Ostfriesenwitze im Radio nicht gefallen haben, erstattete ein Ostfriese Anzeige wegen Volksverhetzung. Jetzt muss sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall befassen. Beim Sender ffn hat man kein Verständnis dafür. Auch in der Landespolitik löste die Anzeige Kopfschütteln aus. Ein Ostfriese habe die Anzeige bei der Osnabrücker Polizei erstattet, sagte ffn-Programmdirektorin Ina Tenz.
Nach Ansicht des Mannes seien die Ostfriesen als ethnische Minderheit diffamiert worden. Anlass für die Scherze war eine neue Kollegin im Moderationsteam einer Sendung, die aus Aurich stammt. „Sie selbst lacht am herzlichsten über die Witze“, sagte Tenz.
Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben noch nicht über ein Ermittlungsverfahren entschieden. Die Anzeige liege noch nicht vor, hieß es. Die Ostfriesen im Landtag können die Anzeige nicht verstehen. „Ich kann über Ostfriesen-Witze lachen“, sagte CDU-Landtagspräsident Hermann Dinkla (Westerholt) der NWZ. „Die machen uns doch sympathischer“, sagte CDU-Generalsekretär Ulf Thiele (Uplengen) der NWZ. SPD-Fraktionsvize Johanne Modder (Bunde) empfiehlt mehr Gelassenheit. „Es ist schade, wenn man nicht mehr drüber lachen kann.“
Auch nach der Anzeige will ffn übrigens nicht auf Ostfriesenwitze verzichten.
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