BERLIN, 6. Mai 2011


Rückblick: Guttenberg-Zitate zu der Plagiatsaffäre

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Karl-Theodor zu Guttenberg. Bild: ddp Bild vergrößern

Berlin - Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat immer bestritten, in seiner Doktorarbeit absichtlich getäuscht zu haben. Zu Beginn der Plagiatsaffäre nannte er die Vorwürfe noch „abstrus“, später sprach er von „gravierenden Fehlern“, die er begangen habe und bat die Universität Bayreuth darum, seinen Doktortitel zurückzunehmen.

Am 1. März trat er von allen politischen Ämtern zurück. Gut zwei Monate später bescheinigte ihm die Universität am Freitag, dass er doch „vorsätzlich getäuscht“ habe. Nachfolgend eine Dokumentation der wichtigsten Zitate Guttenbergs zur Affäre.



„Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt.“
(Guttenberg am 15.02. in einer Reaktion auf erste Vorwürfe)

„Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus. Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen.“
(Guttenberg am 16.02. in einer Mitteilung)

„Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufsabgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. (...) Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht."
(Guttenberg am 18.02. in einem Statement im Verteidigungsministerium)

“Und nach dieser Beschäftigung habe ich auch festgestellt, wie richtig es war, dass ich am Freitag gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht führen werde. Ich sage das ganz bewusst, weil ich am Wochenende, auch nachdem ich diese Arbeit mir intensiv noch einmal angesehen habe, feststellen musste, dass ich gravierende Fehler gemacht habe. Gravierende Fehler, die den wissenschaftlichen Kodex, den man so ansetzt, nicht erfüllen. (...) Die Entscheidung, einen Doktortitel nicht zu führen, schmerzt, insbesondere, wenn man sechs, sieben Jahre seines Lebens daran gearbeitet hat.„
(Guttenberg am 22.02. in Kelkheim auf einer CDU-Veranstaltung)

“Mit diesem Schreiben möchte ich Sie bitten, die Verleihung meines Doktortitels zurückzunehmen. (...) Eine abschließende Stellungnahme kann ich im Moment leider noch nicht abgeben. Aber festhalten will ich doch, dass ich zu keinem Zeitpunkt vorsätzlich oder absichtlich getäuscht habe. Dieser Schritt ist für mich besonders schmerzhaft, aber er ist eine Konsequenz aus meinen Fehlern. Er ist auch notwendig, um bereits eingetretenen Schaden für den hervorragenden Ruf der Universität Bayreuth, für meinen überaus honorigen Doktorvater und für meinen so geschätzten Zweitkorrektor zu begrenzen."
(Guttenberg in einem Schreiben an die Universität Bayreuth)

“Ich war sicher so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt - und zwar, politische Leidenschaft und Arbeit sowie wissenschaftliche und intellektuelle Herausforderungen als junger Familienvater miteinander in Einklang zu bringen. Für mich stellte das offenbar eine Überlastung dar. (...) Und genau deswegen habe ich die Konsequenzen gezogen und verzichte auf diesen Doktortitel."
(Guttenberg am 23.2. in der Fragestunde des Bundestags)

“Ich trage politische Verantwortung nicht, um mich von einem Karriereschritt zum nächsten zu retten"
(Guttenberg am 1.3. im “Münchner Merkur)

“Ich habe in einem sehr freundschaftlichen Gespräch die Frau Bundeskanzlerin informiert, dass ich mich von meinen politischen Ämtern zurückziehen werde und um meine Entlassung gebeten. Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens. Und ich gehe nicht alleine wegen meiner so fehlerhaften Doktorarbeit, wiewohl ich verstehe, dass dies für große Teile der Wissenschaft ein Anlass wäre. Der Grund liegt im besonderen in der Frage, ob ich den höchsten Ansprüchen, die ich an meine Verantwortung anlege, noch nachkommen kann."
(Guttenberg am 1.3. in Berlin)

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