BERLIN, 20. September 2011


Türkei kritisiert Deutschtests

Staatsbesuch Präsident Gül bekräftigt EU-Beitritt als strategisches Ziel


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Gute Freunde: Bettina und Christian Wulff (links und rechts), Abdullah und Hayrünnisa Gül. BILD: dpa  Bild vergrößern

Bundespräsident Wulff sprach sich für Erleichterungen bei der Visumpflicht aus. Gast und Gastgeber bezeichneten die Beziehungen als „außerordentlich gut“.

dpa

Berlin - Mit Kritik an der deutschen Visumpflicht und am Einwanderungsrecht hat der türkische Präsident Abdullah Gül seinen Staatsbesuch begonnen. Insgesamt seien die Beziehungen zwischen beiden Ländern „außerordentlich gut“, meinte Gül am Montag nach einem Gespräch mit Bundespräsident Christian Wulff. Dieser begrüßte Gül als „guten Freund Deutschlands“.

Die Visumpflicht etwa für türkische Geschäftsleute ist laut Gül ein Hindernis für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Wulff sprach sich für Erleichterungen aus.

Auf wenig Gegenliebe stieß Gül dagegen mit seiner Forderung, das 2007 verschärfte deutsche Einwanderungsrecht zu ändern. Insbesondere wendet sich die Türkei gegen die Regelung, wonach künftige Ehepartner aus der Türkei vor ihrer Einreise deutsche Sprachkenntnisse nachweisen müssen. Für die Regierung sagte Staatsministerin Maria Böhmer, die Kritik entbehre jeder Grundlage.

Der türkische Präsident bekräftigte den Wunsch nach einem EU-Beitritt seines Landes. „Von diesem strategischen Ziel werden wir nicht abrücken“, sagte Gül. Die Türkei müsse die Chance erhalten, die ins Stocken geratenen Verhandlungen mit der EU erfolgreich abzuschließen.

Wegen einer Bombendrohung wurde am Montagabend die Berliner Humboldt-Universität geräumt. Gül sollte dort eine Rede über die „Türkisch-Deutschen Beziehungen vom Deutschen Bund zur Europäischen Union“ halten.

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An diesem Dienstag trifft Gül mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen, bevor er mit Wulff nach Osnabrück weiterreist.






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