HANNOVER, 4. Februar 2012


Keine Gesichtskontrolle bei Fußball in Niedersachsen

Gewalt Landesdatenschützer lehnt Vorstoß der Politik ab – Keine Rechtsgrundlage


Joachim Wahlbrink fürchtet die Verletzung der Grundrechte Tausender Menschen. Die Befürworter wollen gegen Randalierer vorgehen.

von Otto-Ulrich Bals Und Marco Seng

Hannover - Der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Niedersachsen wehrt sich gegen Pläne, sogenannte Gesichtsscanner in Fußballstadien einzusetzen. „Hierzu Grundrechte Tausender zu verletzen, ist nicht verhältnismäßig“, sagte Joachim Wahlbrink der NWZ . Auch fehle für den Einsatz der Spezialgeräte die Rechtsgrundlage. Nicht zuletzt deswegen lehnt Wahlbrink den Einsatz biometrischer Systeme ab. Der Datenschützer reagierte damit auf den jüngsten Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der im Kampf gegen gewaltbereite Fans mit Hilfe moderner Gesichtserkennungs-Technik für mehr Sicherheit bei Fußballspielen sorgen will.

Vom Irrsinn einer totalen Überwachung hatte zuvor die Gewerkschaft der Polizei (GDP) gesprochen und sich ebenso gegen eine elektronische Gesichtskontrolle ausgesprochen wie die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD). In der kommenden Woche wird im Sportausschuss des Bundestags über die jüngsten Gewaltexzesse von Fußball-Rowdys beraten.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in Niedersachsen hat mit einem Positionspapier bereits Stellung bezogen. So fordert der Landesverband härtere Strafen und lebenslange Stadionverbote für Gewalttäter.



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