Umsturz im Paradies
Malediven Polizisten meutern und zwingen Präsident zum Rücktritt
Eine Insel im Nord-Male-Atoll. 80 Prozent der Malediven liegen weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel. Musste zurücktreten: Mohamed Nasheed BILD: BILD: dpadpa 
von Unseren Agenturen
Colombo - Meuternde Polizisten und wochenlange Oppositionsproteste haben den ersten demokratisch gewählten Präsidenten der Malediven zum Rücktritt gezwungen. „Ich glaube, dass die Leute dieses Landes mehr leiden würden, würde ich als Präsident der Malediven weitermachen“, sagte der 44-jährige Staats- und Regierungschef Mohamed Nasheed nach Angaben seines Büros zur Begründung.
Vizepräsident Mohammed Waheed Hassan übernahm am Dienstag die Amtsgeschäfte in der Hauptstadt Male. Maledivische Medien hatten zuvor von einem Putschversuch auf der südasiatischen Inselkette berichtet.
Urlauber auf den Malediven sind nach Angaben des dortigen Tourismusministeriums nicht von der innenpolitischen Krise betroffen. „Wir können versichern, dass die derzeitigen Probleme auf den Malediven keinerlei Auswirkung auf Touristen haben werden“, sagte Ministeriumssprecherin Eelaaf Zaeem.
Demonstrationen der Opposition wurden nach Nasheeds Rücktritt beendet. Sie beschränkten sich auf die Insel mit der Hauptstadt Male. Ausländische Urlauber sehen Male nur, wenn sie Tagesausflüge dorthin buchen. Der internationale Flughafen liegt auf einer Nachbarinsel.
Die Spannungen auf den Malediven eskalierten, seit im vergangenen Monat ein Richter festgenommen worden war, der die Freilassung eines Regierungskritikers angeordnet hatte.
Das Auswärtige Amt rät seit Dienstag Urlaubern vom Besuch von Male ab. Nach ersten Informationen waren keine deutschen Touristen von den Unruhen betroffen.
Nach den jüngsten Zahlen des Deutschen Reiseverbandes machen dort jedes Jahr mehr als 77 000 Deutsche Urlaub.
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