Protest in Afghanistan eskaliert
Koran-Verbrennung Mindestens sieben Demonstranten getötet – 30 Verletzte
Polizisten stehen in Kabul Demonstranten gegenüber, die gegen die Koran-Verbrennung protestieren. BILD: dpa 
dpa
Kabul - Trotz einer Entschuldigung der US-Regierung hat die unbedachte Koranverbrennung durch Soldaten in Afghanistan schwere Ausschreitungen mit zahlreichen Toten ausgelöst. Am zweiten Tag der Proteste kamen nach Angaben des Innenministeriums bei Zusammenstößen in der Hauptstadt Kabul und in drei weiteren Provinzen mindestens sieben Demonstranten ums Leben, 30 Menschen wurden verletzt. Landesweit protestierten am Mittwoch Tausende Muslime.
Die Internationale Schutztruppe Isaf bestätigte, dass Soldaten in der US-Basis Bagram in Parwan Ausgaben des Korans zur Entsorgung versehentlich zu einer Verbrennungsanlage gebracht hätten. In einer Direktive verpflichtete Isaf-Kommandeur John Allen alle Soldaten dazu, bis zum 3. März an Schulungen zum angemessenen Umgang mit religiösen Schriften wie dem Koran teilzunehmen. Allen und US-Verteidigungsminister Leon Panetta entschuldigten sich ausdrücklich für den Vorfall.
Die US-Botschaft, die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen stoppten alle Bewegungen ihrer Mitarbeiter in Kabul bis auf weiteres. Vor einem Wohnkomplex von Ausländern in Kabul skandierten Hunderte Demonstranten „Tod für Amerika“ und – an die Adresse von Präsident Hamid Karsai – „Stirb, Karsai“.
Muslimen gilt die Verbrennung sowie jede andere Schändung des Korans als Todsünde.
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