KARLSRUHE, 23. Februar 2012


Bei Wahlkreiszuschnitt Minderjährige mitzählen

Bundesverfassungsgericht Neuordnung künftig nicht ausgeschlossen – Bundestagswahl 2009 bleibt aber gültig


Leben viele Minderjährige in einem Wahlkreis, gibt es im Vergleich weniger Wahlberechtigte. Die Wahlrechtsgleichheit sei gefährdet.

dpa

Karlsruhe - Beim Zuschnitt von Wahlkreisen muss künftig der Anteil der Minderjährigen genauer berechnet werden. Da Minderjährige in die Bemessung der Wahlkreise einfließen, selbst aber nicht wählen dürfen, könne es zu Verfälschungen kommen, entschied das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch in Karlsruhe. Die Verwerfungen seien aber nicht so groß, dass die Bundestagswahl 2009 wiederholt werden müsse, wie dies die Beschwerdeführer gefordert hatten.

Das Problem stellt sich folgendermaßen dar: Die 299 Wahlkreise in Deutschland sollen möglichst alle gleich groß sein. Dabei ist eine Schwankungsbreite von plus und minus 15 Prozent vorgesehen. Erreicht die Marke 25 Prozent, müssen die Zuschnitte entsprechend geändert werden. Für die Berechnung wird die Bevölkerungszahl insgesamt zugrunde gelegt – also auch die der Minderjährigen, die gar nicht wählen dürfen. Leben nun besonders viele Minderjährige in einem Wahlkreis, gibt es im Vergleich dazu weniger Wahlberechtigte, die den Direktkandidaten wählen. Werden wenige Minderjährige gezählt, wie in einigen ostdeutschen Wahlkreisen, ist die Zahl der Wahlberechtigten überdurchschnittlich hoch. Dadurch könne sich ein Widerspruch mit der Wahlrechtsgleichheit ergeben, heißt es in der Entscheidung.

Dieser Logik folgend müssen Wahlkreise mit vielen Minderjährigen künftig größer bemessen werden als jene mit weniger. Bislang wurde nach Angaben des Gerichts davon ausgegangen, dass der Anteil der Minderjährigen an der Einwohnerzahl deutschlandweit etwa gleich verteilt ist (Az.: 2 BvC 3/11).

 @ Gericht im Internet: http://www.bundesverfassungsgericht.de


ANZEIGE




WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Gewalt in Fußball-Stadien: Schünemann greift durch

22.05.2012 - Der Streit um die Gewalt in den Fußball-Stadien spitzt sich zu. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) drohte den Vereinen mit dem verstärkten Einsatz der Polizei. Er forderte ein härteres Durchgreifen gegen Fans, die im Stadion Rauchbomben werfen oder Pyrotechnik zünden.mehr

Anschlag: Dutzende Tote im Jemen

22.05.2012 - Verheerender Selbstmordanschlag im Zentrum von Sanaa: Mindestens 90 Soldaten starben, als sich am Montag in der jemenitischen Hauptstadt ein Attentäter in ihrer Mitte in die Luft sprengte. 200 weitere seien verletzt worden, bestätigten Sicherheitskräfte in Sanaa.mehr

14-jährige Lena aus Zetel holt Gold bei Boßel-EM

22.05.2012 - Ausgelassene Stimmung am Montag in Zetel und Grabstede: Die Boßeler und Klootschießer empfingen ihre erfolgreichen Teilnehmer der Boßel-Europameisterschaft, darunter Frieslands Sportlerin des Jahres Astrid Hinrichs (22, links, Silber Boßeln) und die erst 14-jährige Klootschießerin Lena Stulke (Gold), beide aus Zetel.mehr

Europameister Keno Vogts wieder in Hollwege

22.05.2012 - Dekoriert mit mehreren Medaillen, darunter zwei Goldmedaillen im Einzel, kam der 18-jährige Keno Vogts am Montagabend von der Boßel-Europameisterschaft aus Pesaro (Italien) zurück in seinen Heimatort Hollwege.mehr

Anzeige
Umfrage

Steigt Fortuna Düsseldorf nach den Ausschreitungen beim Relegationsspiel zu Recht in die Fußball-Bundesliga auf?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
27 °C
13 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat