SPD-Basis sichtet Kandidaten für Vorsitz
SOZIALDEMOKRATEN Laatzen eröffnet Veranstaltungsreihe – Schostok gewinnt erste Probeabstimmung
VON MARCO SENG,REDAKTION HANNOVER
Laatzen - Der Ansturm auf das Erich-Kästner-Schulzentrum in Laatzen war gewaltig. Mehr als 580 Parteimitglieder drängelten sich beim ersten „Schaulaufen“ der Kandidaten für den Parteivorsitz in der Aula. Angemeldet waren nur 300. Der Beginn der Regionalkonferenz musste um eine halbe Stunde verschoben werden, weil die Schlange vor der Tür nicht kürzer werden wollte. An Schaltern wurde die Parteimitgliedschaft mit einem speziellen Computer-Programm überprüft, erst dann gab es die Stimmkarte.
„Die Resonanz zeigt, dass die SPD lebt und pulsiert“, begrüßte der Unterbezirkschef von Hannover, Matthias Miersch, die Genossen. Die drei verbliebenen Kandidaten liefen mehr oder weniger nervös durch den Saal. Der vierte im Bunde, Stefan Preuße, war kurz vor dem Start aus dem Rennen ausgestiegen. Der Gifhorner hatte seine Kandidatur am Mittag zurückgezogen. Preuße galt als chancenloser Außenseiter.
Als endlich alle Zuhörer einen Platz gefunden hatten, war Monika Griefahn die erste Kandidatin, die ans Rednerpult treten musste. Wie die Konkurrenten hatte die Ex-Umweltministerin sechs Minuten Zeit, um sich vorzustellen. „Ihr sollt wieder gehört werden“, rief die 55-Jährige aus Buchholz in der Nordheide den Genossen zu. Sie verwies auf ihre Karriere, ihre Erfolge in der Vergangenheit.
Als nächstes war Olaf Lies (Sande) an der Reihe. „Ich bin ein Landespolitiker, der seine Wurzeln in der Kommunalpolitik hat und auch behalten will“, begann der 42-Jährige seine Rede und traf die Stimmung auf den Punkt. „Wenn wir wirklich erfolgreich sein wollen, dann können wir das nur als Team“, appellierte der Landtagsabgeordnete. „Wir müssen wieder zu den Kümmerern vor Ort werden“, sagte Lies, der mit den Themen Arbeit, Soziales und Bildung punkten will. Seine Vorstellung wurde immer wieder von Applaus unterbrochen.
Dann kam Lokalmatador Stefan Schostok. Der 45-jährige Landtagsabgeordnete aus Hannover brachte den Saal gleich zu Anfang mit einigen Scherzen und der Sympathiebekundung für Fußball-Bundesligist Hannover 96 auf seine Seite. „Ich möchte der Partei etwas zurückgeben“, begründete Schostok seine Motivation. „Wir wollen die Menschen gewinnen“, sagte er. Schostok wetterte gegen die Wulff-Regierung, vor allem gegen die Schulpolitik.
Bevor abgestimmt wurde, nutzten die Mitglieder ausgiebig ihre Chance, die Kandidaten zu befragen. Es ging um Schulen, Bezirksstrukturen und Ambitionen. Am Ende gewann Schostok wie erwartet sein Heimspiel deutlich: Er holte 453 Stimmen. Für Lies votierten 97 Mitglieder, Griefahn musste sich mit 66 Stimmen begnügen.
Das Votum der Basis bei den zehn Regionalkonferenzen gilt als richtungweisend. Gewählt wird die neue SPD-Spitze dann aber Ende Mai beim Landesparteitag in Stade von rund 200 Delegierten. Am kommenden Sonnabend präsentieren sich die Kandidaten dann in Wardenburg (Landkreis Oldenburg).
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