BERLIN, 29. September 2011


Zustimmung zum Euro-Rettungsschirm

Bundestag Abgeordnete aus Nordwesten sagen Ja zum Gesetz – Nein von Staffeldt (FDP) und Linken


Zwei Liberale ringen noch um ihr Votum. Die Abstimmung findet an diesem Donnerstag im Bundestag statt.

von Gunars Reichenbachs, Büro Berlin

Berlin - Ein „mulmiges Gefühl“ spürt Franz-Josef Holzenkamp (Emstek), Vize-Vorsitzender der niedersächsischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, schon. „Aber ich glaube, die Entscheidung ist auch für Deutschland richtig. Die Landesgruppe wird geschlossen mit Ja zum Euro-Rettungsschirm stimmen“, kündigt Holzenkamp im Gespräch mit dieser Zeitung an. Auch bei SPD, Grünen und FDP zeichnet sich eine breite Mehrheit für den umstrittenen Gesetzentwurf an diesem Donnerstag im Parlament ab.

„Alle werden zustimmen“, betont auch Gabriele Lösekrug-Möller (Hameln) für die niedersächsische SPD-Landesgruppe. Man habe aber lange gerungen.

„Bis zur letzten Sekunde“, ging es laut Vorsitzender Angelika Brunkhorst (Oldenburger Land) in der FDP-Landesgruppe um ein am Ende wohl auch einheitliches Votum. Sowohl die Abgeordnete Nicole Bracht-Bendt aus Buchholz wie auch der Göttinger Lutz Knopek hegten schwere Bedenken, wollten ursprünglich mit Nein oder Enthaltung votieren. Bracht-Bendt denkt an eine persönliche Erklärung zu ihrer Abstimmung. Für Brunkhorst geht es „erstmals um ein Instrument, auf andere Staaten einzuwirken“. Bisher sei dies nicht möglich. Zugleich drohe die Gefahr, so die FDP-Politikerin, „dass Griechenland ohne Rettungsschirm ab Oktober kein Geld mehr hat“.

Ein klares „Nein“ kommt vom liberalen Parteifreund Torsten Staffeldt aus Bremen. Der Mittelständler („Ich bin kein Euro-Skeptiker, ich stimme nicht gegen Europa“) glaubt nicht, „dass mit neuem Geld Schuldenprobleme gelöst werden“. Eher werde „schlechtem Geld noch gutes hinterhergeworfen“, sagt Staffeldt dieser Zeitung. „Aus tiefster Überzeugung“ könne er einer „deutlichen Erhöhung der Bürgschaft durch den deutschen Steuerzahler nicht zustimmen“. Immerhin positiv zu bewerten, so der selbstständige Unternehmer, sei die bessere Beteiligung des Bundestags an künftigen Entscheidungen.

Staffeldt bewegt sich mit seinem Nein in der Gesellschaft der Linken. Für diese Fraktion kündigt Fraktionschef Gregor Gysi eine geschlossene Ablehnung quer durch alle Landesgruppen an.

ANZEIGE

Geschlossenheit auch bei den Grünen – nur anders herum. „Alle niedersächsischen Grünen werden dem Rettungsschirm zustimmen“, betont Brigitte Pothmer (Hildesheim). In einer Probeabstimmung habe es „keine Gegenstimmen“ gegeben. Für sie kommt das Gesetz „spät“. „Aber“, so Pothmer, „es geht in die richtige Richtung.“






WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
13-Jährige mit 4,5 Promille gefunden

22.05.2012 - Ein 13-jähriges Mädchen aus Garbsen wurde in der Nacht zu Sonnabend auf einem Spielplatz von der Polizei mit 4,5 Promille aufgefunden. Im Rahmen einer Streife trafen die Beamten zufällig auf die nicht mehr ansprechbare Schülerin, die mit drei weiteren Mädchen unterwegs war.mehr

Sechs Verletzte bei Chemieversuch – Universität räumt Labor

22.05.2012 - Bei einem Chemieversuch in der Uni Hannover sind am Montag sechs Studenten verletzt worden. Sie atmeten hochätzende Flusssäure ein, sagte ein Feuerwehrsprecher. Labor und umliegende Räume wurden evakuiert.mehr

Resistente Keime in fast allen Schweineställen

22.05.2012 - Der potenziell gefährliche multiresistente Keim MRSA (Methicillinresistenter Staphylococcus aureus) kommt in fast allen Schweineställen vor und „besiedelt“ 40 Prozent der Menschen, die sich dort regelmäßig aufhalten.mehr

Mann gibt Angriff aus Eifersucht zu

22.05.2012 - Nach einem Eifersuchtsdrama im Landkreis Hameln-Pyrmont muss sich ein 43-Jähriger seit Montag wegen Mordes an seinem Nebenbuhler verantworten. Beim Prozessauftakt im Landgericht Hannover räumte er laut eines Gerichtssprechers ein, dass er den Ex-Freund seiner Partnerin im November vergangenen Jahres mit einem Messer angriff.mehr

Zeitzeugen erinnern sich im Film

22.05.2012 - Für mehr als vier Millionen Heimkehrer, Aussiedler und Flüchtlinge war das Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen Startpunkt eines neuen Lebens. Die Erinnerungen von Zeitzeugen sollen für das geplante Museum im Film festgehalten werden.mehr

Anzeige
Umfrage

Steigt Fortuna Düsseldorf nach den Ausschreitungen beim Relegationsspiel zu Recht in die Fußball-Bundesliga auf?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
28 °C
13 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat