HANNOVER, 8. Februar 2012


CDU-Mitglieder bestimmen Kandidaten

Landtagswahl 2013 Erstmals flächendeckend Urwahlen – Wirbel um Aufstellung von SPD-Kandidaten


Die Christdemokraten in Oldenburg machen seit Jahren gute Erfahrungen mit dem Mitgliederentscheid. Die SPD setzt wie bisher auf Delegierte.

von Marco Seng

Hannover - In vielen Kommunen wird derzeit um die Plätze auf den Kandidatenlisten für die Landtagswahl 2013 gerangelt. Bei der CDU hat sich Braunschweig wieder als heißes Pflaster erwiesen. Die SPD streitet in Hannover um die Wahlkreise. Bei den kleinen Parteien wird die Aufstellung der Landeslisten im Sommer mit Spannung erwartet.

Für Aufsehen nicht nur in der SPD sorgt das Duell zwischen Herausforderin Doris Schröder-Köpf und der Abgeordneten Sigrid Leuschner um den SPD-Wahlkreis Hannover-Döhren. Trotz Promi-Bonus sieht es nach einer Niederlage der Gattin des Ex-Kanzlers aus. Leuschner hat nach den bisherigen Vorwahlen in den Ortsverbänden die Mehrheit der Delegierten für die Abstimmung im März eigentlich sicher. Schröder-Köpf stellt allerdings das Delegiertensystem in Frage und sorgt damit für Wirbel. Heikel ist es auch in Hannover-Herrenhausen, wo Thela Wernstedt von ihren Gegnern vorgeworfen wird, sie profitiere davon, dass sie Tochter des früheren Landtagspräsidenten Rolf Wernstedt sei.

Die CDU kritisiert das Auswahlsystem der SPD und preist ihren Basisentscheid durch Urwahl, der erstmals flächendeckend durchgeführt wird. Alle Mitglieder des jeweiligen Wahlkreises seien eingeladen, erklärt CDU-Generalsekretär Ulf Thiele (Uplengen). Oldenburg war hier Mitte der 90er Jahre Vorreiter.

Probleme gibt es trotzdem. Bei der CDU in Braunschweig-Süd hat sich der bisher unbekannte Oliver Schatta gegen den Ex-Abgeordneten Kurt Schrader durchgesetzt. Kritiker sagen, dies sei ihm auch deshalb gelungen, weil vor der Abstimmung – wie bereits vor fünf Jahren – zahlreiche neue Mitglieder in die Partei eingetreten sind.

In anderen Wahlkreisen gehen die Kandidatenküren dagegen geräuschlos über die Bühne. So sind im Ammerland für die CDU Jens Nacke (Wiefelstede) und für die SPD Sigrid Rakow (Edewecht) nominiert. Die meisten CDU-Kabinettsmitglieder bewerben sich um ein Mandat. Verzichtet haben allerdings Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und Landwirtschaftsminister Gert Lindemann.

Von den derzeit 152 Abgeordneten werden viele nicht mehr antreten – vor allem aus Altersgründen. Zu den Promi-Aussteigern gehören CDU-Landtagspräsident Hermann Dinkla (Westerholt), der frühere SPD-Umweltminister Wolfgang Jüttner und SPD-Fraktionschef Stefan Schostok, der Oberbürgermeister in Hannover werden will.

Während die Volksparteien ihre Landtagssitze vor allem über Direktmandate gewinnen, sind bei den kleinen Parteien Listenplätze wichtig. Bei den Grünen haben Landeschefin Anja Piel und Landtags-Fraktionschef Stefan Wenzel ihren Hut für die Plätze eins und zwei in den Ring geworfen. Die FDP wird wohl mit Parteichef Stefan Birkner als Spitzenkandidat antreten.

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