100 Prozent stimmen für McAllister
Cdu Niedersachsens Ministerpräsident geht 2013 im Wahlkreis 57 Hadeln/Wesermünde ins Rennen
Ministerpräsident David McAllister (rechts), die niedersächsische Landtagsvizepräsidentin Astrid Vockert und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (alle CDU) am Montagabend bei der Nominierungsveranstaltung für die Landtagswahl BILD: dpa 
von Marco Seng
Stinstedt-Moorausmoor - Der Saal im Gasthaus Stockfisch ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als David McAllister eintrifft. Der niedersächsische Ministerpräsident muss viele Hände schütteln, hat an jedem Tisch ein paar freundliche Worte für die Basis übrig. Bis er zum Podium kommt, hat Schleswig-Holsteins Regierungschef Peter Harry Carstensen den ersten Kaffee umgekippt. Die CDU im Wahlkreis Hadeln/Wesermünde will McAllister an diesem Montagabend in dem 180-Einwohner-Örtchen Moorausmoor als Landtags-Kandidat wählen. Carstensen ist Gastredner.
Im Saal kommen die Kellner kaum mit dem Servieren nach. So einen Auflauf von Politikern und Journalisten hat man selten gesehen mitten im „nassen Dreieck“, der Moorlandschaft zwischen Cuxhaven und Bremen.
McAllister wird von seinem politischen Ziehvater Martin Döscher begrüßt, Ex-Landrat von Cuxhaven. „Das Wahlergebnis habe ich schon bekannt gegeben“, scherzt Döscher. „Weniger als 100 Prozent sind in Ordnung“, versucht McAllister die Euphorie etwas zu dämpfen. Bei seiner Nominierung vor fünf Jahren hatte er alle Stimmen der Basis bekommen. Zur Wulff-Affäre will er nicht mehr viel sagen. „Jetzt geht es um Sachpolitik.“
Der Cuxhavener Bundestagsabgeordnete Enak Ferlemann weist unter großem Gejohle auf die Falschparker vor der Halle hin, dann darf McAllister den Parteimitgliedern seine Wahlkreis-Bilanz vortragen. „Ich bitte zum vierten Mal um das Vertrauen, antreten zu dürfen“, beginnt der CDU-Landeschef. Er zählt die Erfolge seiner Abgeordnetenzeit auf: Planung der Küstenautobahn 20, Ausbau der Windenergie und Kampf gegen die Elbvertiefung.
Ganz zum Schluss zeigt sich der Ministerpräsident als typischer Wahlkämpfer. „Nur mit der CDU kann es eine stabile Landesregierung geben“, ruft er. „Wir wollen nicht, dass das Land in die Hände von SPD, Grünen und Kommunisten fällt.“ Riesenjubel.
Während des Wahlgangs hält der Rosenmontag Einzug im karnevalsfreien Norden. Peter Harry Carstensen, der „mit Abstand lustigste Ministerpräsident“ (O-Ton McAllister) reiht auf Plattdeutsch eine Anekdote an die andere. Schleswig-Holstein sei gut bei der Energiewende, wisse aber nicht, wohin mit dem Windstrom: „So heiß können wir unsere Schwimmbäder gar nicht machen.“ Carstensen redet über Zusammenarbeit und Schulden („Ich will nicht enden wie Griechenland“).
Dann wird das Wahlergebnis verkündet. 185 abgegebene Stimmen, 185 Ja-Stimmen. Ein Aufschrei im Saal, stehender Applaus, McAllister strahlt. „Hier liegt die wahre Stärke der CDU in Niedersachsen, auf dem Land“, ruft er und verkündet: „Ab sofort alle Getränke auf David McAllister.“ Hier zweifelt niemand an der Wiederwahl 2013.
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