4. Januar 2010


Am besten nur noch mit grüner Plakette

Jochen Flasbarth, Umweltbundesamt
Das Thema: Umweltzonen


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BILD: DPA  Bild vergrößern

Von Rasmus Buchsteiner

Frage: Immer mehr Umweltzonen in Deutschland, doch Kritikern zufolge sind sie im Kampf gegen Feinstaub in der Luft wirkungslos. Was halten Sie dem entgegen?

Flasbarth: Umweltzonen schützen die Gesundheit, daran gibt es keinen Zweifel. Und ich würde mir sehr wünschen, dass die Versuche, dies zu zerreden, endlich aufhören würden. In Großstädten wie Berlin verursacht der Straßenverkehr rund 50 Prozent Feinstaubbelastung. Das ist Grund genug, jede angemessene Maßnahme zu ergreifen, die diese Emissionen mindert.

Frage: Vielerorts werden die Feinstaub-Richtwerte der Europäischen Union allerdings trotz Umweltzonen regelmäßig überschritten . . .

Flasbarth: Soweit nötig, sollten in mehr Umweltzonen verbindlich nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette hinein dürfen. Ich gehe davon aus, dass sich so die Überschreitungen auf einige wenige „hot-spots“ reduzieren lassen. Wie die Abwrackprämie zeigt, beschleunigen auch finanzielle Anreize die Erneuerung der Fahrzeugflotte. Außerhalb des Verkehrssektors werden dieses Jahr auch verschärfte Abgasgrenzwerte für Kamine, Öfen, Heizungsanlagen und andere kleine und mittlere Feuerungsanlagen ebenfalls für bessere Luft sorgen.

Frage: Einige Kommunen führen Umweltzonen neu ein, andere verschärfen die Zufahrtsregelungen. Hinzu kommen zahlreiche Ausnahmen. Schadet ein solcher Flickenteppich von Regelungen nicht der Akzeptanz von Umweltzonen?

Flasbarth: Auch für mich ist schwer nachvollziehbar, dass Berlin und Hannover ab sofort – völlig richtig – nur noch Autos mit grüner Plakette erlauben, München aber auf unbestimmte Zeit die Einfahrt mit roter Plakette ermöglicht.

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Frage: Wie groß sind die Probleme bei der Nachrüstung von Fahrzeugen – etwa bei Kleintransportern, zum Beispiel von Handwerkern?

Flasbarth: Optimieren kann man immer! Es ist deshalb völlig richtig, dass die Bundesregierung die Nachrüstung von Diesel-Pkw mit Partikelfiltern auch in diesem Jahr weiter fördern will.


Jochen Flasbarth (47) ist Chef des Umweltbundesamtes. Zuvor leitete er die Abteilung Naturschutz im Bundesumweltministerium.




 



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