11. März 2010


Deutliche Einsparungen sind möglich

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Von Christoph Slangen

Frage: Der Gesundheitsminister sagt überhöhten Pharmapreisen den Kampf an. Überzeugen Sie seine Sparideen?

Reichelt: Es sind gute Ideen dabei. In Deutschland können die Pharmahersteller bei patentgeschützten Arzneien ihre Preise frei gestalten, anders als in anderen Ländern. Es ist richtig, wenn hier Regulierungen eingebaut werden, insbesondere dann, wenn neu auf den Markt gebrachte Mittel keinen echten Zusatznutzen bringen.

Frage: Hätten Sie bei den vorgeschlagenen Preisverhandlungen mit den Pharmafirmen genügend Macht, um die Preise signifikant zu drücken?

Reichelt: Es muss sichergestellt sein, dass die Erstattungshöchstgrenzen kassenübergreifend verhandelt werden, damit Pharmafirmen nicht einzelne Kassen gegeneinander ausspielen können. Im Konzept des Gesundheitsministers ist vorgesehen, dass zu Beginn eine schnelle Nutzenbewertung stattfindet, damit sich die Spreu vom Weizen trennt: Welche Medikamente bringen tatsächlich zusätzlichen Nutzen, welche nicht? Bei denen, die keinen neuen Nutzen bringen, kann man die bisherige Standardtherapie als Maßstab für den Preis nutzen. Bei echten Innovationen kann man häufig die Preise anderer Länder heranziehen, in denen das Medikament bereits zugelassen ist.

Frage: Der Gesundheitsminister spricht von bis zu zwei Milliarden Euro Einsparungen – ein realistischer Wert?

Reichelt: Es sind deutliche Einsparungen möglich. Aber der Teufel steckt im Detail. Bevor man über Milliardeneinsparungen spricht, muss man die genauen Bedingungen kennen. Wir werden nennenswerte Einsparungen erst in zwei oder drei Jahren erzielen können. Deshalb benötigen wir kurzfristige, zusätzliche Maßnahmen.

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Frage: Im Vorjahr haben die Kassen mehr als eine Milliarde Euro plus gemacht.

Reichelt: In diesem Jahr werden wir in der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung allerdings ein Defizit von vier Milliarden Euro haben. Im Jahr 2011 rechnen wir mit einem Defizit von zwölf Milliarden Euro.




 



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